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Kommentar Mutiges Signal

Von Matthias Stoffregen

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Angesichts der wirtschaftlichen Stärke Deutschlands ist es keine Überraschung, wenn die Bundesbank steigende Inflationsraten erwartet. Neu ist aber, dass die Währungshüter einen moderaten Anstieg der Verbraucherpreise in Deutschland für akzeptabel halten. Zählten sie doch bislang zu den schärfsten Gegnern einer laxen Geldpolitik.

Mit der Lockerung ihres strikten Kurses senden die Bundesbanker allerdings ein mutiges Signal aus: Es darf nicht sein, dass Deutschland auf Dauer im Rahmen der Europäischen Währungsunion eine Geldpolitik durchsetzt, die auf Kosten der wirtschaftlich schwächeren Staaten geht. Denn wenn Länder wie Spanien, Griechenland oder Portugal nicht aus ihren Wirtschaftskrisen herauskommen, ist nicht nur die Gemeinschaftswährung in Gefahr. Auch den deutschen Unternehmen würden ihre Absatzmärkte wegbrechen – am Ende würde es auch der Bundesrepublik wirtschaftliche Verluste bescheren. Eine höhere Inflation in starken Euroländern könnte Krisenstaaten hingegen nutzen, ihre Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Wirtschaftliche Ungleichgewichte im Währungsraum könnten sich ausgleichen, Europa würde ökonomisch etwas zusammenrücken.

An einer starren Geldpolitik aufgrund historischer Ängste festzuhalten wäre dagegen falsch. Schließlich reden die Währungshüter lediglich von Preissteigerungen zwischen zwei und vier Prozent.


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