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Am falschen Ufer? Weiter Rätsel um tödlichen Unfall auf der Ems

Von Christoph Franken

<em>Kieloben </em>treibt ein Kanu in der Ems bei Harsewinkel, nachdem drei Paddler damit ein Wehr hinabgetrieben waren (links). Zwei von ihnen starben. Einsatzkräfte suchen nach tödlich Verunglückten in Emsbüren (oben rechts) und Haren (unten). Fotos: Eickhoff/Krüssel/MammesKieloben treibt ein Kanu in der Ems bei Harsewinkel, nachdem drei Paddler damit ein Wehr hinabgetrieben waren (links). Zwei von ihnen starben. Einsatzkräfte suchen nach tödlich Verunglückten in Emsbüren (oben rechts) und Haren (unten). Fotos: Eickhoff/Krüssel/Mammes

Neuenkirchen/ Harsewinkel. Nach wie vor ungeklärt sind die genauen Umstände des Kanu-Unglücks, bei dem zwei Männer aus Neuenkirchen ums Leben gekommen sind.

Inzwischen gibt es Schuldzuweisungen von Teilnehmern der Gruppe an den Veranstalter der Kanutour, Michael Mewes aus Rietberg (Kreis Gütersloh). Der wiederum konterte, die Verunglückten seien seinen Anweisungen nicht gefolgt.

Denkbar ist auch, dass ein Missverständnis zu dem tödlichen Unglück führte: So berichten Augenzeugen, die beiden Männer und die Frau im Kanu hätten an der falschen Uferseite angelegt. Bei dem Versuch, die Ems zu überqueren, um an das richtige Ufer zu gelangen, sei das Boot von der Strömung erfasst worden und auf das Wehr in Harsewinkel zugetrieben. Dort kam es dann zu dem folgenschweren Unfall.

Michael Mewes, Fahrlehrer in Rietberg, benutzt den Ems-Abschnitt bei Harsewinkel regelmäßig für geführte Touren seiner Zweitfirma „Abenteuer Paddeln“. Das Angebot führt die Stadt Rietberg als touristisches Angebot auf. Frank Aldejohann, Abteilungsleiter Kanu beim Sportverein TuS Victoria Rietberg, bezeichnete Mewes als einen erfahrenen Mann, der bei Kanuten einen guten Ruf besitze. Auf die Frage unserer Zeitung, ob denn für solche Touren Schwimmwesten nicht obligatorisch seien, sagte er: „Nein, das gilt nur für Kinder. Erwachsene können wählen, ob sie eine Weste tragen oder nicht.“