zuletzt aktualisiert vor

„Kosten für Gesundheit stärker berücksichtigen“

Von dpa

Karikatur: Klaus StuttmannKarikatur: Klaus Stuttmann

Mainz. Bei der Neuberechnung der Hartz-IV-Sätze müssen nach einer Forderung des Vereins „Armut und Gesundheit in Deutschland“ die Kosten für Gesundheit stärker berücksichtigt werden. Der heutige Satz von 359 Euro für einen alleinstehenden Erwachsenen beinhalte nur 15 bis 16 Euro für Gesundheitsausgaben. „Praxisgebühr und Arzneimittelzuzahlungen sind damit kaum zu leisten“, kritisierte der Vorsitzende des Vereins, Gerhard Trabert.

Die unzureichende Gesundheitsversorgung der Empfänger von Arbeitslosengeld II führe dazu, dass in Deutschland von Armut betroffene Menschen kürzer leben würden, ergänzte Trabert. Nach Studien sei bei Männern die Lebenserwartung um zwölf Jahre geringer als bei wohlhabenden Menschen, bei Frauen um acht Jahre.

Das Bundesverfassungsgericht hatte Anfang Februar entschieden, dass die Bundesregierung die Regelsätze für alle gut 6,5 Millionen Hartz-IV-Bezieher neu berechnen muss, weil die Methode zur Berechnung nicht nachvollziehbar sei. Im Zuge dieser Neukalkulation müsse man die immer höher werdenden Kosten für Gesundheit auf jeden Fall berücksichtigen, forderte der Verein.

Der Verein „Armut und Gesundheit in Deutschland“ wurde 1997 als gemeinnütziger Verein gegründet. Derzeit zählt er nach eigenen Angaben 60 Mitglieder. Sie unterstützen Hilfsprojekte für wohnungs- oder obdachlose Menschen sowie für Kinder und Jugendliche in benachteiligten Stadtgebieten.