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Gestern letzter Flaggenappell in der Hümmlingkaserne

"Holt Flagge nieder !", befahl Oberstleutnant Peter Ditzler den beiden Soldaten, die vor dem Fahnenmast am Tor der Hümmlingkaserne angetreten waren. Mit einem militärischen Appell in kleinem Rahmen endete gestern die 35-jährige Geschichte des Garnisonsstandortes Werlte und das 43-jährige Bestehen des Transportbataillons 120.

Kommandeur Ditzler übergab die Verantwortung für das 21 Hektar große Kasernengelände mit seinen Gebäuden in die Hände der Standortverwaltung Lingen. Die entsprechenden Formulare unterzeichneten der Oberstleutnant sowie Wolfgang Kämmerer, Leiter der Amtsstelle Meppen der Lingener Standortverwaltung.

Der endgültige Abschied der Bundeswehr aus der Hümmlinggemeinde geschah im Stillen. Ein gutes Dutzend Soldaten sowie eine Abordnung der Zivilbeschäftigten hatten sich zum Abschlussappell eingefunden. Fast 35 Jahre war das Transportbataillon in Werlte beheimatet.

Und auf den Tag genau nach 43 Jahren endete am Montag ebenfalls die Geschichte der am 1. Juli 1960 unter der Bezeichnung ,,Transportbataillon 932" in Köln-Longerich aufgestellten Einheit. Im Herbst 1963 bezog das Bataillon dann Quartier in der Mühlenbergkaserne in Sögel. Die Arbeiten zum Bau einer Kaserne in Werlte begannen im Mai 1965, und im August 1968 konnte das Bataillon sein neues Zuhause beziehen. Knapp ein Jahr später, im Juni 1969, erfolgte die offizielle Benennung des Standortes in Hümmlingkaserne.

Das ,,Aus" für das Transportbataillon 120 war im Zuge der Bundeswehrreform Anfang 2001 beschlossen worden. Auch die Bemühungen von Politikern aus Region sowie den Bürgern, die auf mehreren Veranstaltungen für den Erhalt der Bundeswehr in Werlte demonstriert hatten, fruchten nicht. Von den Menschen auf dem Hümmling verabschiedet hatte sich die Einheit bereits Mitte März diesen Jahres mit einem feierlichen Abschiedsappell auf dem Werlter Marktplatz und einem Biwak in der Kaserne.


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