zuletzt aktualisiert vor

Wer unterstützt das Heimathaus?

Das Heimathaus für Neuenkirchen nimmt Gestalt an. Die Renovierungsarbeiten laufen. Nun sucht der Vorstand des Heimatvereins Sponsoren, um die Einrichtung finanzieren zu können. Rechtzeitig zum Weihnachtsmarkt am dritten Advent soll der neue Treffpunkt der Generationen in vollem Glanz erstrahlen.

"Wir müssen die Kirchburg dringend beleben." Dies ist das Anliegen des ersten Vorsitzenden des Heimatvereins Neuenkirchen, Wilfried Buddenbohm. Zahlreiche Hebel hat er dafür in den vergangenen Monaten in Bewegung gesetzt. Das Heimathaus ist in einem guten Zustand. Der Fußboden muss nur noch freigelegt werden, und die Wände warten auf einen farbigen Anstrich. Mitte der neunziger Jahre habe sie das Haus saniert, erklärte Sabine Freifrau von Richthofen. Einen Wanddurchbruch ließ sie jetzt auf eigene Kosten durchführen. "Ich fühle mich Neuenkirchen sehr verbunden", ergänzte die Hauseigentümerin während einer Planungsrunde vor Ort, an der Vorstandsmitglieder, Ortsbürgermeister Volker Theo-Eggeling, Jens Thöle (Leiter der Sparkasse Neuenkirchen) und Hartmut Wippermann (Vorsitzender des Heimatvereins Melle) sowie Dr. Susanne von Garrel, zuständig im Landkreis Osnabrück für kulturelle Projekte, teilnahmen. Zwar konnte von Garrel nicht unmittelbar eine Finanzspritze versprechen, doch sie verwies auf mögliche Fördermittelquellen.

Mörtel und Werkzeuge sind Zeugen: Hier wurde fleißig geackert. Mehr als 40 Stunden haben Mitglieder des Heimatvereins bereits in dem ehemaligen Pastorat verbracht. Weitere ehrenamtliche Helfer werden nun gesucht. Für die Unterhaltungskosten muss der Heimatverein aufkommen, doch Buddenbohm ist zuversichtlich, für Mobiliar und Ausstattung örtliche Sponsoren gewinnen zu können. 500 Euro Zuschuss vom Ortsrat sowie private Spender wie Eggeling sind wichtige Stützen für einen gelungenen Start.

Grünes Licht hatte die Stadt Melle nach Prüfung anderer Räumlichkeiten im Juli gegeben. Sie wird die Kosten für die Kaltmiete für fünf Jahre übernehmen. Mit der Auflage, dem elften Ehrenbürger der Stadt Melle, Wilhelm Fredemann, ein würdiges Andenken zu verschaffen und die Heimatpflege zu fördern. Genau das hat der Heimatverein Neuenkirchen vor.

Noch so manches Erinnerungsstück des Lehrers und Dichters, der demokratische Werte vertrat und "häufig von der Gestapo abgemahnt wurde", scheint in Schränken zu schlummern. "Einige Bürger haben mich bereits angesprochen", bemerkte Buddenbohm. Er freue sich über die positiven Reaktionen der Bevölkerung.

Noch gibt es aber auch kritische Stimmen innerhalb des Vereins. Einigen Mitgliedern sind die 100 Quadratmeter im Erdgeschoss zu groß. Neben einer Fredemann-Gedächtnisstube ist ein Ortsarchiv geplant. Hinzu kommen Büro und Küche. Im hinteren Teil bietet ein großer Raum Platz für kleine Konzerte, Lesungen, Gesprächsabende oder Heimatkunde für Schüler- und Besuchergruppen.

Fest steht: Damit im Dezember Leben in die unter Denkmalschutz stehende Kirchburg kommt, braucht es nicht nur Engagement, sondern auch Geld in vermutlich fünfstelliger Höhe. Plan und Nutzungskonzept werden bis Mitte November erstellt.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN