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Totilas war gestern Dressur: Drei Frauen peilen bei Olympia Gold für Deutschland an

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Bielefeld. Es waren nicht die „üblichen Verdächtigen“, die die begehrten Tickets für Olympia einheimsten.

Im Dressurreiten fand eine Zäsur statt. Bei der deutschen Meisterschaft in Balve und der zweiten Olympiaqualifikation in Aachen. Von Isabell Werth, Ulla Salzgeber, Heike Kemmer und Hubertus Schmidt spricht derzeit keiner. Nicht einmal vom an Pfeiffer’schen Drüsenfieber erkrankten Matthias Alexander Rath und seinem hochgelobten Hengst Totilas.

Für das Kunstreiten im Viereck stehen 2012 in Deutschland in erster Linie zwei junge Frauen: Helen Langehanenberg (30) und Kristina Sprehe (25). Dazu gesellt sich mit der 43-jährigen Pferdewirtschaftsmeisterin Dorothee Schneider (43) eine gestandene, aber spät berufene Ausbilderin. Totilas war gestern, heute stehen der Westfalenhengst Damon Hill, der lackschwarze Hannoveraner Desperados und die braune zehnjährige Hannoveranerstute Diva Royal für Dressurkunst „made in Germany“. Der deutsche Kür-Hattrick beim Aachener CHIO war eine Demonstration, und trotz hoher Prozentzahlen jenseits der 80 blieb noch Luft nach oben.

Das Reiten auf dem Hufschlag war mit wenigen Ausnahmen immer eine deutsche Domäne. 19 (7 Einzel, 12 Team) Gold- 10 (8, 2) Silber- und 9 (8, 1) Bronzemedaillen bei Olympia gab es bisher. Wer erinnert sich nicht gerne an die jüngere Vergangenheit, als Nicole Uphoff mit ihrem Rembrandt goldene Spuren in den Sand zeichnete oder Isabell Werth ihren temperamentvollen Fuchswallach Gigolo tanzen ließ.

Das Dressur-Reglement wurde für die Spiele in London geändert. Ab sofort besteht eine Mannschaft nur noch aus drei Reitern, und das Streichergebnis entfällt. Startberechtigt ist zudem ein Einzelreiter. Für Deutschland wird das Anabel Balkenhol sein. Stand die Teamwertung bisher immer nach dem Grand Prix fest, fällt erstmals die Entscheidung nach Grand Prix und Grand Prix Special. Allerdings wurde der Special gekürzt. Eine Entscheidung, mit der die meisten Reiter nichts anzufangen wissen. „Das nimmt der Prüfung ihren Reiz“, kritisiert Trainer Wolfram Wittig.

Die besten drei Reiter jeder Nation qualifizieren sich für das Kür-Finale, in dem über die Einzelmedaille entschieden wird.


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