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Die Entscheidung fiel im Hinterzimmer

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Am Wochenende wird der Hasetorbahnhof in „Osnabrück-Altstadt“ umgetauft. So wollen es die Kaufleute, und die Stadt trägt die Kosten. Foto: Gert WestdörpAm Wochenende wird der Hasetorbahnhof in „Osnabrück-Altstadt“ umgetauft. So wollen es die Kaufleute, und die Stadt trägt die Kosten. Foto: Gert Westdörp

Mit dem Fahrplanwechsel am Sonntag geht eine jahrhundertelange Tradition in Osnabrück zu Ende: Der Hasetorbahnhof wird dann in „Osnabrück-Altstadt“ umbenannt. Dies bestätigte gestern Stadtsprecher Sven Jürgensen.

Damit solle den Besuchern noch eindeutiger als bisher signalisiert werden, dass sie mit dem Zug bis in die Innenstadt kämen und sich unmittelbar in der Osnabrücker Altstadt befänden, heißt es zur Begründung für den Namenwechsel weiter. Weil nicht nur die Stationsschilder auf dem Bahnhof, sondern auch alle offiziellen Fahrplanunterlagen geändert werden müssen, entstehen erhebliche Kosten bei der DB und Nordwestbahn. Im defizitären städtischen Haushalt sind dafür zunächst einmal 10000 Euro veranschlagt.

Die Entscheidung gehe zurück auf einen Arbeitsauftrag des Stadtentwicklungsausschusses an den Oberbürgermeister aus dem Frühjahr 2006, die entsprechenden Verhandlungen mit der Deutschen Bahn zu führen, berichtete Jürgensen weiter. Im Frühjahr 2008 habe dann der Verwaltungsausschuss, er tagt nicht öffentlich, bei drei Gegenstimmen den Namen „Altstadt“ beschlossen.

Zur Entstehungsgeschichte dieser Umbenennung gehört allerdings auch, dass bereits im Winter 2005 eine öffentliche Debatte um einen anderen Namen für den Hasetorbahnhof entbrannte. „Soll der Hasetorbahnhof ‚Osnabrück-City‘ heißen?“, titelte diese Zeitung damals und berichtete über einen Vorstoß der Geschäftsleute der Hasestraße. Die erhofften sich – damals wie heute – mehr Kundschaft von der Schiene, der eben auch signalisiert werden sollte, dass nicht der Hauptbahnhof sondern eben der „City-Bahnhof“ eine direkte Anbindung zur Altstadt habe. Und sie stellten auch eine finanzielle Beteiligung an den Kosten der Umbenennung in Aussicht.

Damals gab es allerdings dann auch heftige Reaktionen. Im Leserforum der Neuen OZ veröffentlichten wir an drei aufeinanderfolgenden Tagen über 40 Zuschriften unserer Leser zum Thema. Der Tenor dieser Debatte war eindeutig: Die Osnabrücker wollten die Bezeichnung „Hasetor“ nicht aufgeben.

Zurück in die Gegenwart: Der neue Name „Osnabrück-Altstadt“ signalisiere den überregionalen Fahrgästen: „Hier ist Urbanität“, begründete Marketing-Fachmann Oliver Mix die Umtaufe. Hintergrund seien einerseits eine veränderte Rolle der Altstadt und insbesondere der Hasestraße im Zusammenhang der Innenstadt und andererseits die gestiegene Bedeutung des Bahnhofs am Hasetor aufgrund der Erfolge der Nordwestbahn.

Mix bestätigte auch, dass die Kosten der Umbenennung jetzt zu hundert Prozent von der Stadt getragen werden, auch wenn sie auf eine Initiative der Werbegemeinschaft zurückgeht. Das Ganze müsse im Zusammenhang mit anderen Maßnahmen gesehen werden, durch die die Hasestraße aufgewertet werden solle.

Andere Bemühungen um eine Aufwertung des Hasetorbahnhofes treten dagegen seit Jahren auf der Stelle: Den behindertengerechten Zugang zum Bahnsteig mit einem Aufzug werde es frühestens 2011 geben, sagte Bahn-Sprecher Egbert Meyer-Lovis in Hannover.


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