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Eigenleistungen und Spenden durch Bürgerinitiative machen Sanierung möglich Balkumer Bürger erneuern Bushaltestelle

Von Henning Stricker

Stolz präsentieren die Balkumer Bürger ihr erneuertes Buswartehäuschen. Foto: Henning StrickerStolz präsentieren die Balkumer Bürger ihr erneuertes Buswartehäuschen. Foto: Henning Stricker

Balkum. Im wahrsten Sinne des Wortes war der Stein oder – besser gesagt – der Beton der Anstoß zu einer in Balkum bisher einzigartigen Bürgerinitiative. Wie viele andere Buswartehäuschen befand sich auch der Plattenbau an der Haltestelle „Am Sägewerk“ an der Balkumer Straße in einem desolaten Zustand.

Der Beton bröckelte von der Decke, und die mittlerweile sichtbare Eisenarmierung oxidierte vor sich hin. Die Anfragen einiger Balkumer Bürger bei verantwortlichen Stellen ergeben jedoch zunächst nicht viel. Eine Erneuerung des Unterstandes kann aufgrund leerer Kassen nicht durchgeführt werden.

Doch die pfiffigen Balkumer, die inzwischen eine Elterninitiative gegründet haben, lassen nicht locker und setzen nach. Sie machen der Stadt Bramsche das Angebot, mit Eigenleistungen und Spenden die Erneuerung zu unterstützen. Und so geschieht in Balkum etwas, mit dem die Dorfgemeinschaft vorher nicht gerechnet hatte. Die Stadt segnet die Idee ab. Baupläne werden eingereicht, viele örtliche Firmen spenden Material, und auch die Sparkasse Bersenbrück und die Volksbank Bramgau-Wittlage unterstützen das Projekt finanziell.

So entstand nun in rund dreimonatiger Bauzeit an der Haltestelle ein komplett neues Buswartehäuschen, das sich sehr harmonisch in das Ortsbild einfügt. Unter der Regie von Hermann Berling, der in unzähligen Telefonaten und persönlichen Gesprächen die „Arbeitseinsätze“ der vielen Mitstreiter koordiniert, entsteht mithilfe der Stadt zunächst das Fundament des neuen Unterstandes.

Zeitgleich erstellt Jürgen Poske nach alter Handwerkskunst die Fachwerkkonstruktion und den Dachstuhl des Hauses. Fachleute aus der Dorfgemeinschaft decken das Dach mit ein und sorgen dafür, das das Fachwerk ausgemauert und verputzt wird. Bei den abschließenden Pflasterarbeiten helfen auch die eigentlichen Nutzer der Bushaltestelle tatkräftig mit. Die Schulkinder bildeten eine Kette und sorgten dafür, das den Eltern beim Pflastern die Steine nicht ausgingen.

Am vergangenen Freitag erfolgte nun im Beisein vieler Sponsoren die offizielle Einweihung. Hier bedankte sich neben Berling auch Ortsvorsteher Gert Borcherding bei den vielen Sponsoren. Ein besonderer Dank ging an Walter Hoberg, auf dessen privaten Grund und Boden das neue Häuschen entstanden ist, und Wilhelm Klausing, der für den Kontakt und die Gelder aus einem Sonderfonds der RWE sorgte. Aber ohne die tatkräftige Unterstützung der örtlichen Firmen wie Bauking, Seelmeyer, Zweers, Dallmann, Penter Klinker, Borcherding, Schuckmann, Elektro-Dahlheim und Kuper-Druck wäre die Realisierung und Ausstattung der Bushaltestelle mit Fenstern, Fahrradständer und Beleuchtung nicht möglich gewesen.

Mittlerweile kursiert in Balkum übrigens das Gerücht, das im nächsten Jahr eine weitere Bushaltestelle saniert wird. Hierzu vermochte Hermann Berling noch nichts sagen, aber dementiert wurde dieses Gerücht auch nicht.