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Genossenschaftlicher Solarstrom

Im Auftrag der Energiegenossenschaft „nwerk“ belegen Mitarbeiter der Firma Osnasolar zwei Dächer der Menslager Grundschule mit 340 Solarmodulen. Foto: Vivian ClausenIm Auftrag der Energiegenossenschaft „nwerk“ belegen Mitarbeiter der Firma Osnasolar zwei Dächer der Menslager Grundschule mit 340 Solarmodulen. Foto: Vivian Clausen

30 Kilowatt zu Spitzenzeiten – so viel Solarstrom soll die Anlage liefern, die derzeit von Mitarbeitern der Firma Osnasolar auf dem Dach der Menslager Grundschule installiert wird.

Dafür sorgen 340 sogenannte Dünnschichtmodule. Die Elemente haben eine aufgedampfte Siliziumschicht, mit der Sonnenlicht in elektrische Energie umgewandelt wird. Die Energiegenossenschaft „nwerk“ belegt damit das zweite kommunale Dach im Artland. Dabei hat der Energieversorger aus Osnabrück im Artland selbst noch gar keine Mitglieder.

Dies sei sicherlich dem Umstand geschuldet, dass entgegen der ursprünglichen Planung noch keine Infoveranstaltung im Artland stattgefunden habe, teilt der Vorstandsvorsitzende von „nwerk“, Otto Wetzig, mit. Die Genossenschaft arbeite noch immer auf rein ehrenamtlicher Basis, sodass die Personalressourcen begrenzt seien. Jedoch soll die Bürgerinformation im Januar nachgeholt werden. Indes lobt Wetzig die Zusammenarbeit mit der Samtgemeinde.

Seit Anfang 2009 besteht zwischen der Genossenschaft und der Samtgemeinde eine Rahmenvereinbarung über die Nutzung von Gebäudeflächen in Form des Projektes „Sonnenstrom Artland“. Die von „nwerk“ gezahlten Entgelte für die Dachnutzung sind zweckgebunden für die Öffentlichkeitsarbeit zugunsten erneuerbarer Energien oder für Investitionen in diese.

Die Anlage auf der Grundschule kann jährlich etwa 26000 Kilowattstunden Strom produzieren. Dies reiche für 20 Jahresverbräuche von Einpersonenhaushalten und entspreche der jährlichen Einsparung von ungefähr 22 Tonnen Kohlendioxid. Die gleiche Menge Kohlendioxid werde freigesetzt, wenn man mit drei Personen von Hannover aus zur WM nach Kapstadt hin und zurück fliege, meint Wetzig. Allein im Artland bestehen konkrete Planungen für Solaranlagen mit etwa 100 Kilowatt Spitzenleistung im kommenden Jahr.

Derzeit hat „nwerk“ 66 Mitglieder, die Geschäftsanteile von etwas mehr als 40000 Euro gezeichnet haben. Mit einem Mindestanteil von 500 Euro kann jeder Miteigentümer an der Firma und den unternehmenseigenen Solaranlagen werden. Für die Finanzierung der künftigen Anlagen im Artland benötigt „nwerk“ etwa 100 neu gezeichnete Geschäftsanteile. „Überschlägig können wir mit einem Anteil so viel Sonnenstrom erzeugen, dass dieser für den Jahreshaushaltsverbrauch einer Person ausreicht“, so Wetzig.