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THW ganz nah an der Perfektion

Von dpa

Kugelt sich gegen Großwallstadt den Finger aus: THW-Spieler Filip Jicha. Foto: dapdKugelt sich gegen Großwallstadt den Finger aus: THW-Spieler Filip Jicha. Foto: dapd

Kiel. Den wichtigsten Erfolg im Fernduell mit Titelverteidiger HSV Hamburg hatte der deutsche Rekordmeister THW Kiel bereits vor dem Spiel gefeiert, der Kantersieg gegen Altmeister TV Großwallstadt war dann nur noch Zugabe. Mit Leichtigkeit gewann der verlustpunktfreie Spitzenreiter am Samstagabend mit 28:15 (16:9) gegen Großwallstadt, während Meister Hamburg einige Stunden zuvor mit dem 30:36 (15:18) bei der SG Flensburg-Handewitt die fünfte Saisonniederlage hinnehmen musste. In der Tabelle rutschte das Team von Interims-Coach Jens Häusler auf Rang vier ab (35:11 Punkte), Flensburg ist Dritter (37:11) hinter den Füchsen Berlin.

Mit dem 24. Erfolg im 24. Ligaspiel baute die Mannschaft von THW-Trainer Alfred Gislason vor 10288 Zuschauern in der ausverkauften Arena ihre beeindruckende Serie saisonübergreifend auf 27 Siege aus. Diese Bestmarke setzten die „Zebras“ bereits in der Spielzeit 2008/09. Am Ende holte der THW damals verdient den Titel. Auch die nur 15 Gegentore waren fast rekordverdächtig. Denn weniger Gegentreffer kassierten die Kieler zuletzt am 24. November 1999 beim 27:14-Erfolg über den VfL Gummersbach.

„Ab und zu hört man, dass Hamburg oder Flensburg einen Punkt verlieren, aber das ist mir egal“, sagte THW-Akteur Aron Palmarsson, der von der HSV-Niederlage erst in der Halle erfahren hatte. Gislason wollte auch nur die Leistung seines Teams bewerten. „Unser Abwehrspiel im Verbund mit dem Torwart war überragend“, meinte er, nachdem er eine Schrecksekunde hatte überstehen müssen. Filip Jicha, der bei der offensiven 3:2:1-Variante auf vorgezogener Position agiert, kugelte sich einen Finger aus. Doch der Tscheche meisterte auch diese Situation und ließ sich noch auf der Bank den Finger wieder richten. Großwallstadts Trainer Peter David schnalzte mit der Zunge. „Was Kiel in der Abwehr gespielt hat, war Perfektion pur!“, meinte er.