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Wasserkraftwerk soll ab 2004 Energie erzeugen

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Wird im Jahr 2004 endlich das Wasserkraftwerk Hanekenfähr gebaut? Wenn es nach dem Willen der Stadtwerke Lingen geht, ja. Die Stadtwerke haben die Anteile der RWE-Power AG an der Wasserkraftwerksgesellschaft zum Bau des Wasserkraftwerks übernommen. Als Mehrheitsgesellschafter werden die Stadtwerke die Planung und Genehmigung des Kraftwerks und damit die Realisierung des Projekts fortführen. Das erklärten jetzt der Leiter der Region Nord der RWE-Power AG, Dr. Hubertus Flügge, und der Geschäftsführer der Stadtwerke Lingen, Arno Ester, in einem Gespräch mit unserer Zeitung.

Nach Angaben von Ester, sehen die Stadtwerke in der Nutzung der Wasserkraft eine gute Möglichkeit, eine ökologisch sinnvolle Energienutzung mit ökonomischen Vorteilen zu verbinden. Die Stadtwerke wollen damit vor allen Dingen die Möglichkeiten, die sich aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz ergeben, nutzen. Ester: ,,Das Wasserkraftwerk Hanekenfähr eignet sich hervorragend zur Ergänzung unserer bestehenden Erzeugungseinheiten im Bereich der Regenerativen Energieträger." Man wolle die geleistete Vorarbeit nutzen, um das Projekt weiterentwickeln, mit dem ziel, das Kraftwerk in den nächsten zwei Jahren in die Flussmitte einzubauen.

Wie der Geschäftsführer der Stadtwerke weiter erklärte, werde zurzeit geprüft, ob man nicht eine größere Turbine einbauen könne, um noch mehr Energie zu gewinnen. Auch an der Optimierung der geplanten Fischtreppe werde noch gearbeitet. Auf die Frage unserer Zeitung, ob es denn auch noch die damals noch von VEW geplante Bürgerbeteiligung geben werde, antwortete Ester mit ,, nein". Dadurch das die Stadtwerke die Anlage übernommen hätten, würde sich eine Bürgerbeteiligung, um das Projekt auf eine breite Basis zu stellen, erübrigen.

RWE-Power - zuvor VEW-Energie - hatte bereits viel Ingenieurleistung in das Projekt und Genehmigungsverfahren investiert. Dr. Flügge: ,,Wir sind nach wie vor von dem Projekt überzeugt und freuen uns, dass die Stadtwerke Lingen als kompetenter Partner und bürgernaher Dienstleister das Projekt Hanekenfähr weiterführen wird." Das Projekt sei ausgesprochen werthaltig und werde einen festen Platz im Energiekonzept in der Region haben. Wie Flügge weiter erklärte, habe sich RWE-Power von dem Projekt getrennt, weil Wasserkraftwerke nicht zum Kerngeschäft gehörten.

Weiteren Angaben zufolge, soll mit dem Bau in der zweiten Jahreshälfte 2003 begonnen werden, um das Niedrigwasser zu nutzen. Die Kosten belaufen sich voraussichtlich auf über fünf Millionen Euro. In beratender Funktion wird auch Dr. Joachim Adams, maßgeblicher Wegbereiter des Projekts, den Bau des Kraftwerks begleiten. Adams ist auch für den geplanten Windpark Clusorth-Bramhar in beratender Funktion tätig.

Das technische Konzept sieht vor, dass das oberhalb des Wehres gestaute Wasser durch eine Turbine strömt, welche einen energieerzeugenden Generator antreibt. Bautechnisch wird die Turbine neben der in Fließrichtung linken Freischleuse an Stelle einer nicht mehr genutzten Stauklappe in die Wehranlage integriert. Zum Einsatz soll eine Kaplanturbine kommen. Die Anlage wird überströmt und fällt kaum auf. Sie läuft völlig ölfrei, sodass Verunreinigungen des Gewässers völlig ausgeschlossen sind.

Das Schwemmgut verbleibt im Fluss und wird mittels Rechen über eine Abflussrinne in das Unterwasser abgeleitet. Die Leistung des ursprünglichen Wasserkraftwerkes sollte etwa 930 kW betragen. Ob diese Größe beibehalten werden kann, wird wie Ester bereits erwähnte, noch überprüft.


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