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Geschichte für alle zum Anfassen

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. Passend zur Feier des 850-jährigen Bestehens bekommt Neuenkirchen ein neues Ortsarchiv: Die historischen Dokumente, die bisher an verschiedenen Orten verteilt waren, sollen nämlich in Zukunft zentral im Heimathaus an der Christophoruskirche aufbewahrt werden.

Dazu müssen aber zunächst noch viele Kisten sortiert werden. Alte Fotos, Gästelisten der ehemaligen Jugendherberge, historische Landkarten: In den Regalen des neu eingerichteten Archivraums lagern bereits viele Kisten mit unsortiertem Material. In einer Klarsichthülle, die Wanderwart Walter Kramm hervorzieht, befindet sich sogar eine Urkunde von 1792. Vieles, was hier liegt, hat Erich Voß zusammengetragen, der schon 1983 anlässlich einer Feier zum Gedenken an den großen Brand 100 Jahre zuvor alles gesammelt hatte, was an historischen Bildern des Ortes zu finden war.

Bisher gab es einen klei-nen Archivraum in der Realschule und den nach dem früheren Kantor benannten „Wiebold-Schrank“, in dem unter anderem die Proto-kollbücher des Landwirt-schaftlichen Vereins liegen. Nun sollen die Möglichkeiten, die das vor drei Jahren bezogene Heimathaus an der Kirche bietet, genutzt werden, um die historischen Dokumente für Besucher und Heimatforscher zugänglich zu machen.

Dazu wurden zunächst andere Archive besucht, er-zählt Vorstandsmitglied Reinhard Voß, um sich über die Lagerung der Materia-lien zu informieren. Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Säurebeständigkeit der Sammelordner – all das spielt eine Rolle. Aber auch über den systematischen Aufbau des Ortsarchivs, in welche Rubriken es eingeteilt wird und bis wohin das Sammelgebiet reicht, musste erst beraten werden.

Dort, wo es möglich ist, soll die Archivarbeit zudem auch nach außen wirken. So sind beispielsweise viele historische Dokumente in Sütterlin geschrieben. Die Fähigkeit, diese Schrift zu lesen, möchte der Ehrenvorsitzende des Heimatvereins, Kurt Liebich, im Herbst im Rahmen eines Kurses an Interessierte weitergeben.

Schon jetzt richtet der Verein mit seinem Vorsitzenden Wilfried Buddenbohm jährlich rund 40 Veranstaltungen im Heimathaus aus. Besucher finden dort bisher eine Buchsammlung zur Ortsgeschichte sowie die historisch eingerichtete „Fredemann-Stube“, in der unter anderem die Schreibmaschine und Originalmanuskripte des Neuenkirchener Dichters zu sehen sind.

Besucher müssen sich nicht nur auf das Archiv konzentrieren: Mit dem Archiv kommt nämlich bald die Gelegenheit, sich selbst auf Spurensuche in der Vergangenheit zu begeben. Die vielfältigen Angebote des Heimathauses beschreibt Christian Hoffmeister, zusammen mit Erich und Reinhard Voß zuständig für Archiv und Heimatgeschichte, so: „Wer möchte, kann die Fredemannstube besuchen und sich, wenn es fertig ist, im neuen Archiv umsehen. Gleichzeitig gibt es hier aber auch die Möglichkeit, einen Kaffee zu trinken und sich die Kirche zeigen zu lassen.“


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