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Betreiber von Test-Windpark „alpha ventus“ zufrieden Auf der Nordsee läuft es rund

Von dpa

Macht seinen Besitzern Freude: der Windpark „alpha ventus“. Foto: dpaMacht seinen Besitzern Freude: der Windpark „alpha ventus“. Foto: dpa

Oldenburg. Im ersten deutschen Test-Windpark „alpha ventus“ auf der Nordsee läuft es rund. Trotz erster Servicearbeiten sei das Projekt nach einem Jahr als erfolgreicher Start in das deutsche Offshore-Zeitalter zu werten, teilte das Baukonsortium DOTI der Betreiber EWE, Eon und Vattenfall gestern mit. Seit der Inbetriebnahme der zwölf Turbinen habe das Offshore-Testfeld rund 170 Gigawattstunden Strom eingespeist und könne eine ausgeglichene Ökobilanz vorweisen. Mit dem Testfeld 45 Kilometer vor Borkum wird der Dauerbetrieb eines Offshore-Windparks auf hoher See getestet.

Ende 2009 war die letzte der zwölf Turbinen in dem Windparkerrichtet worden. In den vergangenen Monaten wurden allerdings sechs Maschinenhäuser wieder ausgetauscht. Die neuen Gondeln waren nach Angaben des Herstellers Areva Wind in Bremerhaven nötig geworden, nachdem in zwei Anlagen erhöhte Temperaturen in Gleitlagern festgestellt worden waren.

„Alpha ventus hat uns darin bestärkt, unsere Folgeprojekte in der Deutschen Bucht voranzutreiben“, teilte Eon-Geschäftsführer Sven Utermöhlen mit. Allerdings sei teilweise noch mit Großgerät aus der Öl- und Gasindustrie gearbeitet worden. Für künftige Offshore-Windparks seien spezielle Installationsschiffe und der rechtzeitige Netzanschluss nötig. Der zögerliche Ausbau der Offshore-Windkraft zeige wenig Vertrauen in die ausreichende Wirtschaftlichkeit dieser Projekte, sagte Jörg Buddenberg vom Oldenburger Energieversorger EWE.

Die Betreiber unterstrichen die klima- und naturfreundliche Bedeutung von Offshore-Windparks. Laut einer Studie der Ruhr-Universität Bochum hat „alpha ventus“ im Testbetrieb schon mehr Energie erzeugt, als für seine Errichtung an konventioneller Energie verbraucht wurde. Im Offshore-Windpark werde die Kilowattstunde Elektrizität wesentlich umweltfreundlicher erzeugt als bei dem herkömmlichen Strommix.Nach ersten Erkenntnissen der ökologischen Begleitforschung haben sich an den Fundamenten der Windräder „Riffarten“ wie Muscheln, Seeanemonen, Krebse und Krabben angesiedelt. Daneben herrsche ein Fischereiverbot im Umfeld der Anlagen. Weitere Untersuchungen sollen zeigen, ob Schweinswale das Windparkgebiet zukünftig als Lebensraum nutzen. Sie waren während des Baus vertrieben worden. Bisher sind technische Lösungen zum Schallschutz bei den Rammarbeiten noch wenig erprobt. Diese müssten für künftige Windparks weiter entwickelt werden, sagte Vattenfall-Geschäftsführer Georg Friedrichs.