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Zukunftsweisende Wege im Naturschutz aufgezeigt

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Für ihre "neuen, zukunftsweisenden Wege im Naturschutz" ist die Stiftung Hof Hasemann mit dem Umweltpreis 2003 der Niedersächsischen Umweltstiftung ausgezeichnet worden. Stiftungsvorsitzender und Gründer Wilhelm Hasemann aus dem Bramscher Ortsteil Achmer konnte die mit 2000 Euro dotierte Auszeichnung jetzt in Hannover aus den Händen von Umweltminister Hans-Heinrich Sander entgegennehmen.

In seiner Laudatio unterstrich der FDP-Politiker, Hasemann habe die Flächen seines im Bramscher Ortsteil Achmer ansässigen landwirtschaftlichen Betriebes als ökologischen Flächenpool ausgewiesen und Teile davon in eine gemeinnützige Stiftung überführt. Diese stelle den Flächenpool wiederum zur Kompensation von Eingriffen in Natur und Landschaft zur Verfügung. Dadurch könne - anstelle vieler kleinflächiger, nicht zusammenhängender Maßnahmen - eine sinnvolle Biotopvernetzung erreicht werden.

Gleichzeitig , so lobte der Minister, werde durch die Stiftung eine Verbindung zwischen konventioneller Landwirtschaft und Naturschutz geschaffen. „Ökonomie und Ökologie lassen sich verbinden und stellen keinen Widerspruch dar“, unterstrich Sander.

Wilhelm Hasemann zeigte sich gegenüber unserer Zeitung sehr erfreut über die Auszeichnung. Ökonomie und Ökologie müssten keine Gegensätze sein, versicherte Hasemann. „An der Basis läuft da schon sehr viel“, zeigte sich der Stiftungsgründer zuversichtlich. Er lobte die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Bramsche und hier besonders mit Baudirektor Hartmut Greife. Die Stadt hatte quasi als Pionier einen Großteil von Werteinheiten an der Stiftung Hof Hasemann übernommen, um somit Ausgleich zu schaffen für Baugebiete und ähnliche Projekte.

Hasemann, dessen Hof bereits im Jahre 1384 erstmals urkundlich erwähnt ist, sieht in seinem Konzept auch eine Chance für Bauern, aus der konventionellen Landwirtschaft auszusteigen und dennoch ihre Höfe langfristig zu erhalten. Die Stiftung sei „eine Möglichkeit, dem Sterben der bäuerlichen Kultur“ Einhalt zu gebieten.

Die Flächen der Stiftung Hof Hasemann umfassen etwa 86 Hektar. Zentrale Bedeutung haben das unter Naturschutz stehende Grasmoor und der Bühner Bach. Grünland wird hier unter strikten Vorgaben extensiv genutzt, der Einsatz von Gülle und Herbiziden ist tabu. Aus Nadelwäldern werden standortgerechte Laub- und Mischwälder.

Ein weiterer, mit 6000 Euro dotierter Preis ging an die „Gesellschaft Naturland Einbeck“, einen Verbund, der sowohl in der Umweltbildung wie auch in Naturschutzprojekten tätig ist. Ebenfalls 2000 Euro gehen an Frauke Kruggel aus Cuxhaven für ihr „Blaues Klassenzimmer“. Schülerinnen und Schülern werden hier Einblicke in das Ökosystem Wattenmeer vermittelt. Der Ehrenpreis ging an Eilert Tantzen aus Großenkneten für sein langjähriges Engagement für den Naturschutz.


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