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Miliband gegen Miliband: Bruderkampf spaltet Labour-Partei

Von Jasmin Fischer

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London. Heute entscheidet sich Großbritanniens Bruderkampf um die Führung und die Seele der Labour-Partei. Die Wahl zwischen Ex-Außenminister David Miliband und dem jüngeren Ed Miliband ist in diesem Kopf-an-Kopf-Rennen zur Grundsatzfrage geraten: Soll die glücklose Partei mit Ed zu ihren Wurzeln im Arbeitermilieu zurückkehren oder mit David an der Spitze weiter dem liberalen Kurs von Ex-Premier Blair folgen?

Der Konkurrenzkampf der beiden „Miliboys“ wird heute mit einem dramatischen Höhepunkt beim Parteitag in Manchester zu Ende gehen. Dem Verlierer, und im ungünstigsten Fall wäre das der weitaus erfahrenere und geschliffenere David, bleibt nur die Unterordnung ins Oppositionsteam des Bruders.

Der Schlussakt in diesem bizarren Schauspiel wird in der Labour-Partei dringend herbeigesehnt. Spesenskandale, depressive Jahre unter dem Vorsitz von Gordon Brown und schließlich die verheerende Niederlage gegen die Tories haben die Partei mürbe gemacht. Viel Zeit, um sich zu sammeln, bleibt Labour nicht: Am 20. Oktober wollen die Konservativen offenlegen, wo sie bei den größten Ausgabenkürzungen seit 1945 den Rotstift ansetzen. Es ist dieses düstere Szenario, das den unbekannten Klimawandel-Beauftragten „Red Ed“ Miliband bei Labour nach oben katapultiert.Denn neben Parteiangehörigen haben auch über 3,5 Millionen Gewerkschaftsmitglieder ihre Stimme abgegeben - und sie dürfte die arbeitnehmerfreundliche Philosophie von „Red Ed“ eher mitreißen. „Wir dürfen Gewerkschaften nicht länger wie peinliche Verwandte auf dem Dachboden verstecken“, fordert er. Mit klassisch sozialdemokratischen Themen wie höhere Mindestlöhne, schärfere Bankenregulierung und eine Abkehr von Kriegseinsätzen hofft er, erfolgreich gegen die Konservativen - und seinen Bruder - ins Feld ziehen zu können.


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