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Funke zieht sich ganz aus der Politik zurück

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Die politische Karriere von Karl-Heinz Funke (SPD) ist beendet: Der ehemalige Bundeslandwirtschaftsminister legte gestern die verbliebenen Mandate im Kreistag Friesland und im Stadtrat Varel nieder.

Funke beugte sich damit dem Druck seiner Parteifreunde, die ihm zuletzt sogar ein Verfahren zum Ausschluss aus der SPD angedroht hatten. Außerdem war beschlossen worden, die Funktionen des 63-Jährigen in den Gremien des Kreistages an andere Politiker zu vergeben.

Funke war durch sein Verhalten als Vorsteher des Oldenburg-Ostfriesischen Wasserverbandes (OOWV) unter Druck geraten. Er hatte sich von diesem Verband einen Zuschuss von 8000 Euro für die Feier seiner Silberhochzeit auszahlen lassen; dieser Betrag war dann als Kosten von Dankeschön-Veranstaltungen für Anlieger von OOWV-Baustellen getarnt worden. Dem zwischenzeitlich entlassenen Geschäftsführer Hans-Peter Blohm soll der SPD-Politiker später „im Gegenzug“ eigenmächtig das Gehalt aufgestockt haben.

Funke, der seinen Rückzug per Fax an den NDR bekannt gab, zeigte sich gestern verbittert über die öffentlichen Anschuldigungen. Gegenüber dem Rundfunksender sprach er von „Mobbing“, das seine Familie kaputtmache. „Ich sehe mich mittlerweile nicht mehr in der Lage, mich gegen pauschale Unterstellungen und Verurteilungen zur Wehr zu setzen.“ Er bezog dies auf Medien, aber auch auf Teile seiner Partei: „Die wollten mich von Anfang an weg haben.“

„Das war’s, jetzt will ich meine Ruhe haben“, sagte der Politiker, der mit dem Verlust der kommunalen Mandate auch den lukrativen Posten im EWE-Aufsichtsrat einbüßt. Funke beteuerte jedoch, ungeachtet der Querelen nicht aus der SPD austreten zu wollen.

Der Vorsitzende des SPD-Unterbezirks Friesland und Vizechef der Landespartei, Olaf Lies, reagierte erleichtert auf den Rücktritt des Ex-Ministers. „Ich bin froh, dass die Situation nun bereinigt ist und Karl-Heinz Funke dem öffentlichen Druck nachgegeben hat“, sagte Lies. Damit seien die Forderungen der SPD erfüllt.

Nach dem politischen Schlussstrich droht Funke jedoch noch ein juristisches Nachspiel: Die Staatsanwaltschaft Osnabrück ermittelt gegen ihn und Ex-Geschäftsführer Blohm wegen des Verdachts der Untreue.

Der Vareler war von 1990 bis 1998 Landwirtschaftsminister in Niedersachsen und hatte dann bis 2001 dem Bundeskabinett angehört.


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