zuletzt aktualisiert vor

Festakt zum 75-jährigen Bestehen der Wasserstraße – Schrittweise Verbesserungen Küstenkanal-Ausbau ist Herzensanliegen

Meine Nachrichten

Um das Thema Vermischtes Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Edewecht. Der Ausbau des Küstenkanals zu einer Wasserstraße, die auch das Großmotorgüterschiff befahren kann, ist der Wirtschaft und den Kommunen ein Herzensanliegen. Das wurde während des gestrigen Festaktes zum 75-jährigen Bestehen des Kanals in Edewecht deutlich.

Während die einen darauf pochten, den Kanal für eigentlich schon jetzt bestehende Bedürfnisse der Schifffahrt herzurichten, machte Festredner Michael Heinz, Vizepräsident der Wasser- und Schifffahrtsdirektion (WSD) West, den Festgästen wenig Hoffnung, dass in absehbarer Zeit der große Wurf gelingen kann: „Ein Ausbau ist im Bundesverkehrswegeplan nicht vorgesehen.“ Deshalb würden nun die Möglichkeiten so weit ausgeschöpft, dass der Küstenkanal „über die reine Substanzerhaltung hinaus weitere bautechnische Verbesserungen erfahren wird“. Dabei habe man das Großmotorgüterschiff (GMS) im Blick. Im Vordergrund stehe, Strecken mit Engpass-Charakter mit wirtschaftlich vertretbaren Aufwendungen vorrangig zu verbessern.

Aber selbst das gestaltet sich schwierig. Wie der Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA) Meppen, Holger Giest, zu seinem Bedauern darlegte, scheiterten zuletzt die Planungen zum Bau einer neuen Spundwand im Nadelöhr zwischen Kampe und Hundsmühlen eben daran, dass sich die Maßnahme nicht „wirtschaftlich abbilden“ ließ. Giest verdeutlichte aber, dass das Großmotorgüterschiff auf dem Kanal nur dann ungehindert fahren kann, wenn die entsprechenden Maßnahmen angepackt würden.

Der Landrat des Landkreises Ammerland, Jörg Bensberg, forderte im Namen seiner Amtskollegen der vom Küstenkanal berührten Landkreise, dass 40 Jahre nach der letzten Investition zwischen Dörpen und Oldenburg der Kanal nun weiterentwickelt werden müsse. Das Ziel müsse es sein, die Wasserstraße für das Großmotorgüterschiff herzurichten. Die Landkreise und Kommunen hätten mit viel Engagement und finanziellen Aufwendungen eine „äußerst leistungsfähige Hafeninfrastruktur“ geschaffen oder die vorhandene erweitert. Auch deshalb müsse der Küstenkanal mindestens so weit ausgebaut werden, dass „sich die Vorleistungen der Anlieger durch wirtschaftliche Schiffstransporte in einem erneuerten Kanal auch bezahlt machen“. Ebenso eindringlich forderte auch Jörg Rusche, Geschäftsführer des Bundesverbandes der deutschen Binnenschifffahrt, den Ausbau.

WSD-Vizepräsident Heinz kündigte indes erste Maßnahmen an. Demnach entfallen ab dem 1. Januar die erforderlichen Sondergenehmigungen für Schiffe mit einer Länge von mehr als 86 Metern, und die Bundesanstalt für Wasserbau in Karlsruhe ermittele in Modellrechnungen, ob und wie das GMS den Küstenkanal befahren könne.

Die Zukunft des Kanals nahm in den Redebeiträgen zwar breiten Raum ein, doch der Blick auf die Geschichte des Kanals kam keineswegs zu kurz. Die stellte das gastgebende WSA Meppen nämlich mit einem anschaulichen und selbst produzierten Film dar, der zu Beginn des Festaktes abgespielt wurde. Historisches gab es aber nicht nur auf der Leinwand zu sehen, sondern auch an der Kaje. Hier hatten „150“ Jahre Kanalgeschichte festgemacht: die beiden WSA-Bereisungsboote Dörpen und Meppen. Sie standen schon vor 75 Jahren in Diensten der Schifffahrtsverwaltung. Heute zeichnet Rudolf Deymann aus Haren als Besitzer der „Meppen“ für den Erhalt des Bootes verantwortlich, und die „Dörpen“ wird vom Harener Schifffahrtsmuseum gehegt und gepflegt. Wasserbaudirektor Giest dankte Deymann und Museumsleiter Ulrich Schepers mit einer historischen Bildersammlung für deren Arbeit.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN