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Hautnahes Erleben der Natur

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DIe Jungen und Mädchen fühlen sich in der „Grönloher Kindersuppe“ richtig wohl. Foto: KindersuppeDIe Jungen und Mädchen fühlen sich in der „Grönloher Kindersuppe“ richtig wohl. Foto: Kindersuppe

Montagvormittag, 11 Uhr, mitten in der schönen Artländer Bauernlandschaft. Dort wo Kühe grasen, Schafe blöken und hin und wieder ein Trecker seine Runden dreht, spielen fröhlich zehn Kinder im Vorschulalter im Garten des Heuerhauses von Hermann Sickmann. Die „Kindersuppe Grönloh“, ein Betreuungsangebot für Kinder von zwei bis sechs Jahren, deren Eltern den Betreuungsalltag aktiv mitgestalten, ist hier beheimatet.

Lilo und Lily stapfen durch den großen Sandhaufen: „Guck mal, hier ist Matsche!“ Das hautnahe Erleben der Natur steht ganz oben auf der Liste der pädagogischen Ziele. Moritz schaukelt verträumt auf der Schaukel. Seine Mutter hat heute Elterndienst. Hennes und Jakob kicken und strengen sich mächtig an. Ein ganz normaler Morgen, möglich in jedem anderen Kindergarten. Nur gibt es kein Geschrei, kein „Du darfst nicht mitmachen“. Die kleine Gruppengröße von zehn Kindern fördert den Aufbau einer vertrauensvollen Atmosphäre.

Dazu müssen die Eltern einiges beitragen. Neben Elterndiensten, monatlichen Elternabenden, Mitarbeit bei Renovierungs- und Gestaltungsarbeiten putzen die Eltern abwechselnd und kaufen für das Frühstück ein. Das reduziert die anfallenden Kosten ganz enorm. Auch die Mietkosten sind eher symbolisch. Trotzdem reicht das Geld durch die Elternbeiträge und geringe Zuschüsse von Kommune und Land nicht aus. Die pädagogisch wertvolle Arbeit hängt ständig am seidenen Faden der Finanzierung.

Die öffentlichen Kassen sind leer und kleine, private Einrichtungen mit Visionen haben es schwer. Mit lediglich 12000 Euro ist ein Kindergartenjahr gesichert. Ein Sponsor wäre mehr als erwünscht, sagt Erzieherin Silke Marbold. Sie hat die Vorzüge dieser kleinen, engagiert gelebten Einrichtung an ihren eigenen drei Kindern erlebt. „Mein Sohn hat drei Jahre überwiegend mit Wasser und Sand gespielt.“ Individualität ist ausdrücklich erwünscht. Das heißt nicht, dass Angebote nicht stattfinden.

Die unterschiedlich eingerichteten Räume wie Rollenspielraum, Kreativraum, Bauzimmer, Küche, Toberaum, Werkstatt und Leseecke bieten viele Möglichkeiten für die kognitive, motorische und sozial-emotionale Entwicklung. Selbstver-ständlich nehmen die Vorschulkinder an der Vorbereitung auf den Schuleintritt gemeinsam mit dem Badberger Kindergarten teil. Silke Marbold besucht regelmäßig die Fachberatung der Fachhochschule Osnabrück für Leiterinnen von Kindertagesstätten.

Eine gute Integration in die Gesellschaft braucht gefestigte Persönlichkeiten, die über soziale Kompetenzen verfügen. Das ist auch ein wesentlicher Grund für Melanie Landwehr, Mutter der kleinen Lily, für ihre Entscheidung für die „Kindersuppe“. „Die Kinder lernen hier Gleichwertigkeit. Es findet keine Ausgrenzung statt. Die Mädchen und Jungen, ob klein oder groß, bilden eine Gruppe“. Außerdem gefällt es ihr, dass es hier keine gezwungenen Bastelangebote gibt, nur damit es schön aussieht.


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