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Stavermanns Wahlerfolg eine taktische Meisterleistung

Vor fünf Jahren erhielt Helmut Stavermann nicht genügend Stimmen, um in den Rat zu kommen. Jetzt ist der Leiter der Agentur für Arbeit Bürgermeisterkandidat der CDU bei den Kommunalwahlen am 10. September.

Im spannenden ersten Wahlgang setzte sich, wie bereits berichtet, der 48-jährige Diplom-Verwaltungswirt mit 200 Stimmen gegen den 32-jährigen Juristen Hermann Wocken (162) und den 56-jährigen Dipl. Ing. Bernd Meyer (5) durch. Bei der Abstimmung im Saal Hilling gab es mit 374 stimmberechtigten Parteimitgliedern eine Rekordbeteiligung. Fast 140 Neuaufnahmen heizten die Diskussionen um den Wahlausgang bereits im Vorfeld der Wahlentscheidung kräftig an.

Besonders erfolgreich beim Anwerben neuer Parteimitglieder war offensichtlich das Stavermann-Lager, für das vor allen Dingen der frühere Karnevalspräsident Lukas Kampeling auf Mitgliederwerbung ging. "Hier sind Leute, die ich sonst noch nie bei der CDU gesehen habe", wunderten sich ältere Parteifreunde. Wahlleiter Bernd Busemann bat besonders die Neumitglieder, der CDU nicht sofort wieder den Rücken zu kehren, sondern sich aktiv im Wahlkampf zu engagieren.

Seine Wahl zum Bürgermeisterkandidaten der CDU sicherte sich Helmut Stavermann mit einer taktischen Meisterleistung. Während die Mitbewerber Carsten Schüler und Gunnar Jungclaus viel zu früh den Hut in den Ring warfen, nutzte Stavermann seine Position als CDU-Dachverbandsvorsitzender, die eigene Bewerbung mit Unterstützung von Vorstandskollegen wie Ursula Mersmann und Dr. Volker Eissing in aller Stille vorzubereiten.

Bewerbungen von außerhalb, so hieß es noch unmissverständlich auf dem Parteitag Anfang November bei Tepe in Aschendorf, sollten eigentlich gar nicht zugelassen werden. Ein entsprechender Gegenantrag von Dr. Burkhard Remmers, eine Wahlkommission zu bilden und die Kandidatur wie in Meppen auszuschreiben, wurde mit knapper Mehrheit abgelehnt.

Im Nachhinein betrachtet, kann Helmut Stavermann froh sein, dass sich der erst 32-jährige Kreistagsabgeordnete Hermann Wocken aus Neulehe aus eigenem Entschluss zur Wahl stellte und am Freitag im Saal Hilling aus dem Stand heraus eine sehr gute Figur abgab. Stavermann muss sich nach seinem klaren Wahlsieg jetzt nicht mehr den bösen Vorwurf gefallen lassen, er habe die Kandidatur anderer Parteifreunde als Dachverbandsvorsitzender zum eigenen Vorteil verhindert. Wird Stavermann tatsächlich Bürgermeister, so ergibt sich die Chance, dass die Agentur für Arbeit mit einem neuen Chef wieder neuen Schwung bekommt.

Die Vorstellung der Bewerber brachte erwartungsgemäß keine neuen Erkenntnisse. In den jeweils 15 Minuten langen Vorträgen wurde das Spektrum der kommunalpolitischen Themen durchleuchtet mit der Kernaussage, dass auch in Zukunft die Schaffung neuer Arbeitsplätze den Vorrang in der städtischen Politik behalten soll. Interessant noch der Hinweis von Hermann Wocken, der hier ganz gezielt noch einmal auf die Problematik der Ausweisung der Emsmündung als Naturschutzgebiet (FFH-Flächen) mit weit reichenden Folgen für die Papenburger Wirt-schaft ansprach.

Ein Desaster erlebte der selbst ernannte Bürgermeisterkandidat Bernhard Meyer, der bei dieser wichtigen Wahl ganze fünf Stimmen bekam. Viele CDU-Mitglieder, aber auch viele Bürger empfanden es, wie immer wieder zu hören war, als eine maßlose Selbstüberschätzung, dass der gescheiterte Bauunternehmer ernsthaft glauben machen wollte, er könne eine Verwaltung führen und in der städtischen Politik neue Akzente setzen.


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