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Der Doktor und das liebe Vieh Tierarzt Michael Brackmann aus Schwagstorf nimmt humorvolles Hörbuch über seinen Praxisalltag auf



Schwagstorf. Seit fünf Jahren schreibt Dr. Dr. Michael Brackmann regelmäßig Glossen für das „Tierärztliche Journal“. Nun sind zwölf der humorvollen Geschichten in Form eines Hörbuchs erschienen. Vorgelesen werden die Kuriositäten rund ums geliebte Tier vom Autor persönlich.

„VETziges“ heißt die Kolumne, in der Tierarzt Brackmann seine Erlebnisse aus dem Praxisalltag verarbeitet. Und da hat sich in den vergangenen Jahrzehnten offenbar ein erstaunlicher Erfahrungsschatz angehäuft. Dieser wird von Brackmann in mehr oder weniger (meistens weniger) ernst gemeinter Form verarbeitet.

Beispielsweise lässt der Experte seinen Gedanken zum Satz „Das macht er sonst nie“ freien Lauf. Diese Aussage ist Brackmann in seiner Laufbahn offenbar in vielfältigen Variationen zu Ohren gekommen. Die Hundehalterin äußert ihre Verwunderung auf diese Weise, wenn der vierbeinige Patient den Behandlungsraum mit seinen Duftmarken versieht und auch der Kaninchenhalter versichert, aufgeregtes Verhalten sei sonst gar nicht die Art des flauschigen Kumpanen.

Mit trockenem Humor schildert Brackmann, wie sich sein Puls angesichts der gut gemeinten Beteuerungen der Tierhalter im Laufe eines gewöhnlichen Praxistages ins Bedenkliche steigert. So-dass es schließlich die eigene Ehefrau ist, die sich verwundert äußert, als ihr Gatte mit einem Nervenzusammenbruch von den Männern in Weiß abgeführt wird: „Das macht er sonst nie.“

„Es gibt ein bisschen Inspiration, der Rest ist Transpiration“, lacht Brackmann auf die Frage, wie ihm die Ideen zu den einzelnen Geschichten in den Sinn kommen. So haben die kurzweiligen Glossen auch nicht zwangsläufig unmittelbar mit den tierischen Patienten zu tun. „Haben Sie nichts Ordentliches zum Lesen da“, widmet er sich beispielsweise der Vorliebe der wartenden Kundschaft für kurzweiligen Lesegenuss: Brackmann schildert in dieser Geschichte seinen Versuch, das Wartezimmer in eine literarisch gehobene Bibliothek zu verwandeln, entschließt sich später aber doch wieder für die eingängigen Klatsch- und Tratschblätter. In der Glosse „Aqua ad usum proprium“ macht sich der Tierarzt außerdem Gedanken darüber, wieso seine zweibeinigen Klientinnen neuerdings ständig eine Flasche Wasser bei sich tragen.

Mit den gesammelten Werken lässt sich zwar leicht ein ganzes Buch füllen, Brackmann hat sich aber dagegen entschieden. „Dann würde man nur ein begrenztes Fachpublikum erreichen.“ Hörbücher dagegen seien weiterhin auf dem Vormarsch und würden von immer mehr Menschen konsumiert.

Aufgenommen hat Brackmann das Hörbuch bei Journalist Günther Fischer in Hagen a.T.W. 25 Stunden dauerten die Aufnahmen insgesamt. Zur Vorbereitung nahm der Veterinär Nachhilfe bei seiner Tochter. „Sie ist Logopädin und hat mir Tipps für das richtige Sprechen und die korrekte Haltung gegeben. Das muss man erst einmal üben.“

Die Glossen wurden eigens für das Hörbuch umgeschrieben, denn allzu verschachtelte Sätze klingen beim Zuhören weitaus weniger verständlich. „Normalerweise versucht man, Wortwiederholungen zu vermeiden“, sagt Brackmann. „Das ist bei einem Hörbuch aber gar nicht so störend.“

Das Hörbuch „VETziges aus dem Alltag eines Dorftierarztes“ ist in einer Auflage von 1500 Stück erschienen. Für den Anfang. 1150 davon sind bereits verkauft, dabei ist die CD erst seit drei Wochen auf dem Markt. Erhältlich ist sie für 8,90 Euro in der Wiehen-Buchhandlung in Bad Essen oder direkt bei Michael Brackmann.

Ein Teil des Erlöses geht an „Tierärzte ohne Grenzen“. Die Organisation kümmert sich um Menschen in Ostafrika, die von Nutztierhaltung leben. „So können wir das direkt mit einem guten Zweck verbinden“, erklärt der Tierarzt. Und weil er noch allerhand Ideen für weitere Kolumnen hat, will Brackmann eine Fortsetzung des Hörbuchs nicht ausschließen. „Da gibt es genug Stoff für ein zweites oder drittes.“


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