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Überwältigende Mehrheit: Fast 66 Prozent für Jurak

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Damit haben die wenigsten gerechnet: Die Bad Iburger Bürgermeisterwahl ist bereits im ersten Wahlgang gestern Abend entschieden worden. Fast zwei Drittel der Stimmen entfielen auf den parteilosen Bewerber Drago Jurak, der mit Unterstützung von SPD, FDP und Gemeinschaft für Bad Iburg ins Rennen gegangen war.

Als um 18.14 Uhr die ersten Zahlen über die beiden Großbildschirme in der Aula der Realschule flimmerten, brach sich der Jubel seine Bahn. 321 Stimmen für Drago Jurak meldete der Wahlbezirk Nummer elf aus dem Kindergarten in Sentrup. 80,05 Prozent der Stimmen, die Anhänger des parteilosen Kandidaten konnten es kaum fassen. Als um 18.25 Uhr das vorläufige Endergebnis feststand, kannte der Jubel der zahlreichen Jurak-Anhänger unter den mehr als 300 Gästen in der Schule keine Grenzen mehr. Und „Drago! Drago!“, wie ihn seine Fans lautstark feierten, wich langsam die Anspannung aus dem Gesicht.

„Ich kann es gar nicht glauben, 65 Prozent, und das bei sechs Kandidaten“, meinte Drago Jurak, nachdem er sich nach einer ersten Rührung gefasst hatte. Natürlich sei dieses Wahlergebnis auch ein enormer Vertrauensvorschuss. Nazih Musharbash, Vorsitzender der SPD-Ratsfraktion, sprach von „einem Befehl des Wählers“. Er hoffe, dass „die Partei, die verloren hat“, das Signal verstanden habe und nun zu einer sachorientierten Politik zurückkehre. Juraks Erfolg sei hervorragend für die Stadt, sagte Musharbash: „Er hat uns und die Wähler davon überzeugt, dass er der richtige Mann am richtigen Ort ist.“ Und Anne Pöhler, Sprecherin der Gemeinschaft für Bad Iburg, strahlte ebenso glücklich wie der Gewinner und sagte nur: „Ich hab’s ja gewusst!“

Marianne Dänekas (CDU), Noch-Bürgermeisterin der Stadt, gratulierte Drago Jurak von ihrem Urlaubsort Mallorca aus zum „grandiosen Wahlsieg“. Ratschläge wolle sie ihrem Nachfolger öffentlich nicht geben, aber: „Ich bin jederzeit für ihn ansprechbar.“ Ludwig Fischer, Vorsitzender des CDU-Stadtverbands, nannte als eine Ursache für das schlechte Abschneiden die Querelen im Stadtrat, „die von der CDU ausgegangen sind“. Sylvia Bonitz als Kandidatin sei die richtige Entscheidung gewesen, und auch im Wahlkampf habe man sich ins Zeug gelegt. „Mehr war einfach nicht möglich. Wir können auch morgen noch in den Spiegel blicken.“

Die Beteiligung an der Wahl war zunächst schleppend angelaufen: Nur langsam näherte man sich in den meisten Wahllokalen in Bad Iburg zum Nachmittag hin der 50-Prozent-Marke. Lediglich in Sentrup hatte man diese Wahlbeteiligung schon am Vormittag erreicht. Viele Iburger nutzten offenbar erst den Nachmittagsspaziergang, um ihre Stimme abzugeben. Schließlich wurden im Schnitt 59,76 Prozent erreicht.

Was versprechen sich die Wähler? Mathias und Sabine Flender, die in der Grundschule Hagenberg wählten, erhofften sich, „dass endlich mal wieder etwas Ruhe ins Bad Iburger Rathaus einkehrt und geradlinig gearbeitet wird“.


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