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Zweite Penalty-Niederlage in Folge – „Mehr mit Kopf spielen“ – Heute gegen Tschechien Ein müdes Team macht zu viele Fehler

Von dpa

Öfter im Blickpunkt als gewollt: Torwart Dennis Endras im Spiel gegen die Dänen. Foto: dpaÖfter im Blickpunkt als gewollt: Torwart Dennis Endras im Spiel gegen die Dänen. Foto: dpa

Bratislava. Das Team verwundert, der Verband verwirrt: Nach zwei vermeidbaren Dämpfern suchen Deutschlands Eishockey-Cracks bei der WM ihre Form und beschwören den Geist aus den Auftaktspielen. „Wir müssen kratzen, beißen, rennen“, forderte Stürmer Kai Hospelt vor dem letzten Zwischenrundenspiel gegen Tschechien am heutigen Montag (20.15 Uhr).

Durch die zweite unglückliche Penalty-Niederlage in Serie verspielte das deutsche Team seine gute Ausgangslage vor der anstehenden K.-o.-Phase. Die Generalprobe für das Viertelfinale könnte nun kaum härter sein: Titelverteidiger Tschechien ist „Topfavorit“, betonte Goalie Dennis Endras: „Da wartet ein Riesenbrocken auf uns.“

Nicht minder groß ist die jüngste Informationspanne des DEB in der Bundestrainerfrage – ausgerechnet kurz vor der entscheidenden Turnierphase. Am Samstag präsentierte sich in Bratislava der Schweizer Jakob Kölliker als möglicher Nachfolger von Uwe Krupp und bestätigte Kontakte zum Verband. Der Ex-Nationalspieler wird als Interimslösung bis zur erhofften Ankunft von Wunschkandidat Ralph Krueger gehandelt. „Eine Aufgabe auf diesem Niveau ist immer spannend“, sagte Kölliker. DEB-Präsident Uwe Harnos, der die Suche zur Chefsache erklärt hatte, war nicht in der Slowakei.

Damit verpasste der Verbandschef auch die Schlappe gegen Dänemark. Gegen den vermeintlichen Außenseiter gab die Krupp-Truppe kurz vor Schluss die Führung aus der Hand – und scheiterte 3:4 im Shoot-out. Erstaunlich: Gegen Top-Nationen wie Russland, Slowakei oder Finnland brillierte die deutsche Mannschaft, gegen schwächere Teams wie Slowenien oder nun Dänemark tut sie sich immens schwer.

„Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal so sauer war“, moserte Felix Schütz. Den Grund für den Rückschlag fand der Angreifer nicht nur in der Erschöpfung nach dem ebenfalls im Penaltyschießen verlorenen Match gegen Finnland am Vortag. „Wenn Füße und Beine nicht da sind, muss man eben mit dem Kopf spielen“, bemängelte Schütz.

Erstmals sprach auch Krupp, der nach dem überragenden WM-Start versuchte, seine Spieler auf dem Boden zu halten, von Versäumnissen: „Wir waren ein müdes Team und haben Fehler gemacht.“ Gegen die Dänen, die um ihre letzte Viertelfinal-Chance kämpften, fehlte am Samstag der letzte Wille – Deutschlands Einzug in die Runde der besten acht Nationen stand zuvor bereits fest. „Der Extra-Ansporn hat gefehlt, diese drei, vier Prozent“, stellte der Bundestrainer fest. Endras meinte: „Im Kopf weiß man schon ein bisschen, dass man im Viertelfinale ist.“ Dort warten wohl Olympiasieger Kanada oder Schweden auf die deutsche Auswahl, sollte dem Krupp-Team keine Überraschung gegen den Weltmeister um Altstar Jaromir Jagr gelingen.

Gegen Tschechien will die DEB-Auswahl wieder an ihre Leistungen aus den famosen Siegen gegen Russland und die Slowakei anknüpfen. „Wir müssen weiter hart arbeiten, sonst können wir das Glück schnell verspielen“, sagte Hospelt.