zuletzt aktualisiert vor

Winter: Gesamtschule ist Trendsetter

Von

Schulleiter Hans-Georg Krupp erklärt Franziska Robben und Franziska Giese eine Aufgabe, die die Schülerinnen der Gesamtschule Emsland am Notebook erledigen. Foto: Melanie SchmeesSchulleiter Hans-Georg Krupp erklärt Franziska Robben und Franziska Giese eine Aufgabe, die die Schülerinnen der Gesamtschule Emsland am Notebook erledigen. Foto: Melanie Schmees

Tim steht am Whiteboard und bereitet für seine Schulkameraden ein Quiz vor, während eine Gruppe Mädchen für ein Referat im Internet nach Tina Turner recherchiert. Das hört sich an wie Zukunftsmusik, ist aber an der Gesamtschule Emsland Alltag.

Die Gesamtschule in Lingen wird als erste allgemeinbildende Schule in Deutschland alle Schülerinnen und Schüler ab der 5. Klasse mit Notebooks ausstatten. Die Tafel wird dann zur Seite geschoben, und ein interaktives Whiteboard rückt in den Mittelpunkt. Auf dem Whiteboard werden die Bildschirme der Laptops projiziert, und es kann fast wie eine Tafel mit speziellen Stiften beschriftet werden. Klassische Bücher und andere Medien werden dadurch aber nicht verdrängt: Die Nutzung der Laptops soll vielmehr eine Bereicherung des Lernens sein.

Bereits seit fünf Jahren hat die Gesamtschule Emsland (GE) Erfahrungen mit sogenannten Notebookklassen sammeln können. In sieben Klassen sind schon Laptops und auch interaktive Whiteboards im Gebrauch, die ab Sommer in jedem Klassenraum installiert werden. Das große Interesse an den Notebookklassen gibt der GE recht, und auch der Elternrat unterstützt das Projekt. In sechs Jahren wird jeder Schüler der GE einen eigenen Laptop besitzen.

Den Vorteil gegenüber Computerräumen, wie sie an jeder Schule zu finden sind, sieht Schulleiter Hans-Georg Krupp im situationsbezogenem, schnellen Umgang mit dem Laptop. Außerdem gestaltete sich die technische Betreuung der PC-Räume als sehr arbeitsintensiv, so der Leiter der Neuen Technologien, Martin Weber. Gemäß dem Motto: Was nicht meins ist, wird „kreativ“ behandelt, sei einiger Schabernack mit den Computern getrieben worden. Mit eigenen Sachen verfahren die Schüler weitaus umsichtiger. „Es ist für sie fast wie Weihnachten, wenn sie ihren eigenen Laptop bekommen“, erklärte er.

Die Notebooks sind zum größten Teil Leasingrückläufer, allesamt gewartet und über die Schule versichert. „Die Laptops sind vergleichbar mit Jahreswagen“, scherzte Hans-Georg Krupp.

Erster Kreisrat Reinhard Winter bezeichnete die Schule als Trendsetter und absolut zukunftweisend. Irmgard Monecke, die didaktische Leiterin der Gesamtschule, betonte die Möglichkeit, den Unterricht durch Einsatz von Laptops individueller zu gestalten. Lernschwächeren Schülern könnten dadurch andere Aufgaben zugetragen werden wie ihren Mitschülern.

Auch die Schulbuchverlage passen sich der neuen Technologie an. Viele Schulbücher können bereits mit einer zusätzlichen CD geordert werden.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN