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Die Wunden der Weltkriege „Jane Mansfield’s Car“ von Billy Bob Thornton

Von Klaus Grimberg

Starke Familienbande halten die Generationen in Billy Bob Thorntons Familiendrama „Jane Mansfield‘s Car“ zusammen. Foto: BerlinaleStarke Familienbande halten die Generationen in Billy Bob Thorntons Familiendrama „Jane Mansfield‘s Car“ zusammen. Foto: Berlinale

kg Berlin. Billy Bob Thorntons Familien-Saga „Jane Mansfield‘s Car“ hebt an wie eine Komödie - und entwickelt sich dann zu einem Drama um Generationskonflikte. Eine bildgewaltige Hommage an den Süden der USA.

Die Geschichte beginnt als Kulturclash: Im tiefsten Alabama treffen 1969 bei einem Begräbnis zwei Teile einer Familie aufeinander - die Südstaatler und ihre Verwandten aus England. Was zunächst anhebt wie eine turbulente Komödie kauziger Charaktere, entwickelt sich rasch zu einem universellen Drama um schwelende Generationskonflikte, insbesondere zwischen den Vätern und ihren Söhnen. Die Kriege des Jahrhunderts und die dort erlittenen Traumata haben dies- und jenseits des Atlantiks nie verheilte Wunden hinterlassen. Doch obwohl die Figuren sich in schroffer Einsilbigkeit verschanzt haben, beschwört Billy Bob Thornton in „Jane Mansfield’s Car“ einen inneren Zusammenhalt der Familie - allen Differenzen zum Trotz. Eine wortkarge Hommage an den Süden der USA, mit einem starken Ensemble bildgewaltig in Szene gesetzt, wenn auch mit reichlich Pathos.