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Stumme Monotonie „Tabu“ von Miguel Gomes

Von Klaus Grimberg

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Genuss für Kinofeinschmecker - aber auch nur für die: „Tabu“ von Miguel Gomes. Foto: BerlinaleGenuss für Kinofeinschmecker - aber auch nur für die: „Tabu“ von Miguel Gomes. Foto: Berlinale

kg Berlin. Harte Kost für das breite Publikum und eine Verneigung vor Murnau: Das bietet Miguel Gomes‘ Beitrag zum Berlinale Wettbewerb, „Tabu“.

Alljährlich platziert die Berlinale mindestens einen Beitrag in ihrem Wettbewerb, der dem cineastischen Fachpublikum aus aller Welt als Filmkunst-Futter vorgesetzt wird. Diesmal ist die Wahl auf die jüngste Arbeit des portugiesischen Regisseurs Miguel Gomes gefallen. Schon deren Titel deutet die Verneigung vor der Stummfilmzeit an , „Tabu“ hieß auch das letzte Werk Friedrich Wilhelm Murnaus aus dem Jahr 1931. Eine melodramatische Dreiecksgeschichte aus der Kolonialzeit, die tragisch enden wird, schildern der Regisseur und seine Schauspieler mit den stilistischen Mitteln des Stummfilms - Kenner dürfen sich an zahlreichen Anspielungen freuen. Die Dialoge sind stumm, statt Zwischentiteln gibt es jedoch einen melancholisch-monotonen Erzähler. Als zusätzliche Verfremdung sind auf der Tonspur alle atmosphärischen Geräusche zu hören. Für Kinofeinschmecker vielleicht ein Genuss. Für das breite Publikum indes eine zweistündige Tortur.


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