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Schaar sieht Rechtsverstöße Facebook im Netz der Datenschützer

Von dpa

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Nichts zu lachen hat derzeit der Facebook-Gründer Mark Zuckerberg (rechts). Foto: dpaNichts zu lachen hat derzeit der Facebook-Gründer Mark Zuckerberg (rechts). Foto: dpa

dpa Stuttgart/Berlin. Neuer Ärger um Facebook: Das Online-Netzwerk selbst sperrteam Wochenende einen Spiele-Entwickler aus, der Identifikationsnummern von Facebook-Profilen an Werbefirmen weitergab. Zuvor war bekannt geworden, dass mithilfe von Facebook die E-Mail-Kontakte von Nichtmitgliedern ausspioniert werden können, wenn man sich mit der E-Mail-Adresse eines Nichtmitgliedes anmeldet.

Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar sieht durch diese Datenschutzlücke bei dem Netzwerk internationales Recht verletzt. Er habe die US-Verbraucherschutzbehörde aufgefordert, die Praxis von Facebook abzustellen, sagte Schaar gestern. Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner und Schaar kritisierten Facebook auch dafür, dass es mühselig sei, von der Firma Informationenund Stellungnahmen zu den Vorwürfen zu bekommen. In beiden Fällen geht es um nur wenig Informationen, sie tragen jedoch zu Misstrauen gegenüber Online-Netzwerken bei.

Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ hatte testweise ein Facebook-Profil angelegt – mit falschem Namen und Geburtsdatum, aber mit der echten E-Mail-Adresse einer Frau, die im Bericht der Zeitung „Barbara L.“ genannt wird. Das Netzwerk schlug von sich aus umgehend 20 Facebook-Mitglieder vor, die „Barbara L.“ kennen könnte. 18 davon erkannte die Frau tatsächlich sofort. Solche Vorschläge können erstellt werden, da zahlreiche Facebook-Nutzer dem Netzwerk den Zugriff auf ihre Kontaktlisten erlauben. Dass auf diese Weise auch E-Mail-Adressen von Nichtmitgliedern in die Hand von Facebook gelangen, ist seit Längerem ein Kritikpunkt auch deutscher Datenschützer.

Zudem offenbarte der Test erneut das Problem, dass Facebook neuen Nutzern bereits einiges erlaubt, noch bevor diese die Echtheit ihrer E-Mail-Adresse bestätigt haben. Sie können zum Beispiel Freunde suchen und bestätigen und Nachrichten verschicken.Vor einer Woche sorgte US-Blogger Michael Arrington bereits für Aufsehen, als er sich bei Facebook für Google-Chef Eric Schmidt ausgeben konnte und auch dessen echte Bekannte wie YouTube-Gründer Chad Hurley als „Freunde“ gewann. Arrington brauchte dafür nur eine echte E-Mail-Adresse von Schmidt. Die Lücke wäre leicht zu schließen, wenn Facebook von einem neuen Nutzer grundsätzlich als Allererstes die Bestätigung der E-Mail-Adresse verlangen würde.Das „Wall Street Journal“ hatte berichtet, dass zahlreiche populäre Spiele ID-Nummern von Facebook-Profilen an Werbefirmen oder Datensammler weitergaben. Jedes Facebook-Konto hat eine eindeutige Identifizierungsnummer. Wer sie eingibt, erfährt zwar meistens nur den echten Namen eines Nutzers oder sieht Informationen, die er für alle zugänglich gemacht hat. Allerdings könnten Werbeagenturen oder deren Dienstleister damit auch Nutzer-Profile anlegen, weil sie wüssten, wer welche Spiele spielt oder sich für welche Werbung interessiert. Deshalb verbietet Facebook die Weitergabe der ID-Nummern grundsätzlich.Das Verbot ist jedoch offenbar schwer flächendeckend durchzusetzen, wie das „Wall Street Journal“ feststellte.


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