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„Gesund und lecker“

„Sauerkraut ist gesund und lecker“, weiß Reinhard Kuhr und verspeist deshalb allmorgendlich einige Gabeln von der deftigen Köstlichkeit – „allerdings in rohem Zustand, weil dann die wertvollen Inhaltsstoffe wie Vitamin C noch in hoher Konzentration enthalten sind“.

Dass der rührige Heimatfreund auch in den nächsten Monaten nicht auf sein „Lebenselixier“ zu verzichten braucht, steht seit Samstagnachmittag fest; denn nach der gelungenen Premiere im vergangenen Jahr öffnete das Heimathaus Neuenkirchen am Samstagnachmittag seine Tore – zur Sauerkrautproduktion. Insgesamt 14 Männer und Frauen aus Neuenkirchen, Sondermühlen und Melle-Mitte hatten sich aus diesem Anlass im Domizil des Heimatvereins Neuenkirchen versammelt – und legten sich dabei mächtig ins Zeug.

„Heute verarbeiten wir 195 Kilogramm Weißkohl zu Sauerkraut“, verriet Ingrid Kuhr. „Den hat mein Mann heute von einem örtlichen Gemüsehof abgeholt – und, wie man sieht, sind die Köpfe frisch vom Feld.“

Während ihrer Sauerkraut-Aktion setzten die Heimatfreunde auf Qualität und Frische. Sauerkraut selbst herzustellen sei gar nicht so schwierig, erläuterte Reinhard Kuhr. Allerdings müsse man sehr auf Sauberkeit achten, sonst verderbe es schnell.

Kein Wunder also, dass die Teilnehmer ihre großen Steinguttöpfe, die später mit dem zerkleinerten Material befüllt werden sollten, zum Auftakt dieses nicht alltäglichen Arbeitseinsatzes mit heißem Wasser gereinigt hatten. Dann ging’s zur Sache: Die üppigen Kohlköpfe wurden von fleißigen Händen geviertelt und danach beispielsweise von Helmut Kramer und Ilse Kramm unter Einsatz einer Mühle zerkleinert. „Im vergangenen Jahr geschah das noch mit einem Hobel“, so Kuhr. „Aber mit der Mühle geht das deutlich einfacher und schneller.“

Anschließend wanderte das Material in die großen Steinguttöpfe – mit Salz und aromatischen Wacholderbeeren. Und danach war Stampfen angesagt, bis sich so viel Wasser gebildet hat, dass die hölzernen Abdeckplatten und der daraufliegende Stein ganz mit Flüssigkeit bedeckt waren.

Verspeist werden kann das Sauerkraut dann übrigens ab Mitte Dezember – nach Abschluss einer rund achtwöchigen Reifezeit.


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