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Westumgehung: Tunnellösung vorgeschlagen

Lange war es still um die einst heiß diskutierte geplante Westumgehung zwischen Natruper Straße und Rheiner Landstraße. Mit dem Vorschlag, einen Straßentunnel zu bauen, stößt der Bauunternehmer Helmut Echterhoff eine neue Diskussion an.

Echterhoff hat nicht nur detaillierte Pläne ausgearbeitet, sondern auch ein durchgerechnetes Finanzierungskonzept im Hintergrund. Sein Modellentwurf hat er eigenen Angaben zufolge bereits Oberbürgermeister Hans-Jürgen Fip sowie den Ratsparteien CDU und FDP zugeleitet. Bisher habe er positive Reaktionen erfahren, berichtete der Unternehmer gestern. In der nächsten Woche will er seine Idee beim Bürgerverein Nordwest (Dienstag, 19 Uhr, Parkhotel) und dem CDU-Ortsverbänden Westerberg/Weststadt und Eversburg (Mittwoch, 19 Uhr, Parkhotel) vorstellen.

Nach den bisherigen Berechnungen hätte der Tunnel, der weitgehend dem Verlauf der bisher vorgesehenen Trasse folgen würde, von der Rheiner Landstraße bis zur Sedanstraße eine Länge von 1370 Meter plus 200 Meter "Rampe" am Ende. Bis zur Natruper Straße weitergeführt kämen noch einmal rund 600 Meter hinzu. Vorgesehen sind im Plan zwei Fahrspuren sowie eine "Mehrzweckspur" in der Mitte. Die Gesamtbreite soll etwa 13,5 Meter betragen. Über der Tunneldecke würde eine Erdschicht von einem Meter Dicke liegen.

Rechts und links des Tunnels kann nach Echterhoffs Vorstellungen neues Bauland entstehen mit einer Gesamtfläche von 57.000 bis 98.000 Quadratmeter, wobei 80 bis 130 Grundstücke für Einfamilien-, Reihen- und Mehrfamilienhäuser entstehen könnten. Das Gelände im Verlauf der Trasse soll bereits überwiegend im städtischen Besitz sein.

Lärmbelästigung gehe von der unterirdischen Straße nicht aus, versicherte Echterhoff. Es müsse lediglich eine Möglichkeit zur Ableitung der Abgase geschaffen werden. Die Kosten für den Tunnelbau bis zur Sedanstraße bezifferte Echterhoff auf rund 30 Millionen Euro, bei einer Weiterführung bis an die Natruper Straße heran auf 40 Millionen. Ein Teil der Baukosten könnte über den Verkauf der Baugrundstücke finanziert werden. Finanzierungszusagen hat Echterhoff eigenen Angaben zufolge bereits von der NordLB und der Sparkasse Osnabrück.

Die angebotene Lösung bezeichnet Echterhoff als wichtige "stadtpolitische Weichenstellung", durch die die Siedlungsstraßen (Mozartstraße, Händelstraße, Gluckstraße und Am Natruper Holz) entlastet würden. Bedeutsam sei sie auch unter ökologischen Gesichtspunkten und nicht zuletzt deswegen, weil sie – im Gegensatz zu einer offenen Straßenverbindung – keine die Landschaft zerstörende Schneise zwischen den Baugebieten am Westerberg und dem Naherholungsgebiet Rubbenbruchsee bildet. Über einen Tunnelbau war schon früher nachgedacht worden; er wurde jedoch als nicht finanzierbar verworfen.

Die reine Bauzeit für das angedachte Projekt bezifferte Echterhoff auf rund zwei Jahre, den Planungs- und Entscheidungsprozess "realistisch" auf ein Jahr. Die Planungsidee war dem Bauunternehmer bereits im vergangenen Jahr gekommen, als kurzzeitig eine neue Diskussion um die Westumgehung aufgekommen war. Er wartete jedoch die Kommunalwahlen ab, um das Thema "nicht im Wahlkampf zerreden zu lassen".

Sein eigenes Unternehmen hat bereits Erfahrungen mit Tunnelbauten. Echterhoff nannte als Beispiele die Rampen am Elbtunnel, den Autobahn-"Trog" bei Dissen und den S-Bahn-Tunnel in Hannover.