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Ermittlungen gegen Vereinschefin eingestellt Freispruch um Hilfsgelder

Von dpa

Braunschweig. Im Skandal um veruntreute Afghanistan-Gelder beim niedersächsischen Hilfsverein Katachel hat die Staatsanwaltschaft den afghanischen Projektleiter als Schuldigen ausgemacht. Die Ermittlungen gegen die Vereinsvorsitzende Sybille Schnehage seien eingestellt worden, teilte die Behörde gestern in Braunschweig mit.

Es gebe keinerlei Anhaltspunkte für eine persönliche Bereicherung oder von ihr zu verantwortende Untreue. Dies haben die Auswertung der Vereinsunterlagen sowie die Vernehmung von Schnehage ergeben, bei der sie sämtliche gegen sie gerichtete Vorwürfe ausräumen konnte.

Einiges deute darauf hin, dass der afghanische Projektleiter Dadgul Delawar die fehlenden Projektgelder veruntreut hat. Die Ermittlungen gegen ihn seien vorläufig eingestellt worden, da er sich in Afghanistan in Haft befindet und unerreichbar ist, erklärte Oberstaatsanwalt Joachim Geyer. Es ging um mehrere Hunderttausend Euro, die für die Unruheprovinz Kundus bestimmt waren.

Bei dem Geld soll es sich sowohl um Spenden als auch um Gelder vom Bundesentwicklungsministerium (BMZ) gehandelt haben. Schnehage hatte Delawar unter anderem vorgeworfen, die Grundstücke, auf denen Schulen und andere Hilfsobjekte gebaut wurden, auf seinen Namen grundbuchrechtlich eingetragen zu haben.

Mit BMZ-Geldern wurden nach Vereinsangaben unter anderem der Bau von neun Schulen, 190 Lehmhäusern für arme Menschen und etwa 100 Brücken finanziert. Das BMZ hatte Projektgelder zurückverlangt, weil Katachel noch Ministeriumsförderung abgerufen haben soll, nachdem die Vereinsvorsitzende von den Problemen wusste. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hatte ihre Ermittlungen im Januar dieses Jahres aufgenommen.