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EM-Aus für Stark nach Vorrunde - DFB-Lob

Wolfgang Stark hat ein elfmeterwürdiges Foul an dem Kroaten Mario Mandzukic nicht geahndet. Foto: Andreas GebertWolfgang Stark hat ein elfmeterwürdiges Foul an dem Kroaten Mario Mandzukic nicht geahndet. Foto: Andreas Gebert

Erst kein Pfiff, nun der Abpfiff: Ohne den deutschen Schiedsrichter Wolfgang Stark geht die EM in Polen und der Ukraine in ihre entscheidende Phase. Die Europäische Fußball-Union strich den 42 Jahre alten Bankkaufmann aus Ergolding von der Liste der Unparteiischen.

Auch der Ungar Viktor Kassai ist nach dem nicht gegebenen Tor für die Ukraine nicht mehr dabei. Diese Entscheidungen teilte UEFA-Schiedsrichterchef Pierluigi Collina im Nationalstadion von Warschau mit. Dort findet an diesem Donnerstag das erste Viertelfinale zwischen Tschechien und Portugal statt.

Nach seiner starken Leistung beim brisanten Gruppenspiel zwischen Russland und Polen (1:1) hatte Stark wegen eines ausgebliebenen Elfmeterpfiffs in der zweiten Partie herbe Kritik einstecken müssen. Die Kroaten sahen in ihm den Hauptschuldigen für die 0:1-Niederlage gegen Spanien und ihr Vorrunden-Aus. Stark hatte ein Foul von Sergio Ramos an Mario Mandzukic nicht erkannt und Eckball gegeben.

Es wäre falsch, Stark an einer Einzelentscheidung zu messen, meinte DFB-Regelexperte Lutz Wagner am Mittwoch. Das Mitglied der Schiedsrichter-Kommission des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) stellte ihm ein gutes Zeugnis aus. «Allein seine Ansetzung in der Vorrunde für zwei äußerst brisante Spiele zeigt seinen Stellenwert. Insgesamt hat er einen sehr guten Job gemacht», sagte Wagner der Nachrichtenagentur dpa.

Er verwies darauf, dass es ohnehin nur noch sieben Spiele bei der EM gibt: «Wenn man davon ausgeht, dass die deutsche Mannschaft möglicherweise noch drei vor sich hat, dann bleiben da nicht mehr viele für Wolfgang Stark.» Zumal er mit Spanien bereits einen heißen Titelkandidaten gepfiffen habe.

«Als Schiedsrichter aus Deutschland hat man nun mal das Schicksal, dass die deutsche Mannschaft bei den Turnieren in aller Regel ziemlich weit kommt und die Chance sehr klein ist, dass man im Halbfinale und Finale noch zum Einsatz kommt», hatte Stark schon im Vorfeld der EM-Endrunde erklärt. «Ich fahre sehr gerne nach zwei, drei sehr guten Einsätzen nach Hause und drücke dann der Nationalmannschaft im weiteren Verlauf alle Daumen.»

Der Unparteiische hatte in dieser Saison auch beim chaotisch zu Ende gegangenen Relegations-Rückspiel von Fortuna Düsseldorf gegen Hertha BSC eine gute Figur abgegeben und das Europa-League-Finale zwischen Atlético Madrid und Athletic Bilbao geleitet. Der Lapsus im zweiten EM-Spiel war zuletzt Starks einziger gravierender Fehler in einer wichtigen Partie. Außer ihm und Kassai müssen auch Björn Kuipers aus den Niederlanden und der Spanier Carlos Velasco Carballo von der EM abreisen. Carballo hatte das letzte deutsche Vorrundenspiel gegen Dänemark (2:1) gepfiffen und im Eröffnungsspiel zwischen Polen und Griechenland (1:1) Werder-Profi Sokratis mit einer überharten Gelb-Roten Karte vom Platz gestellt.

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