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Die deutschen Autobauer setzen auf den boomenden US-Markt – VW bringt einen XXL-Passat Wer wird Millionär?

Von dpa

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Getreu dem Motto „Size matters“ streckt Volkswagen den Passat für den US-Markt – Jonathan Browning, Präsident der US-Sparte, erhofft sich so starke Zuwächse. Foto: dapdGetreu dem Motto „Size matters“ streckt Volkswagen den Passat für den US-Markt – Jonathan Browning, Präsident der US-Sparte, erhofft sich so starke Zuwächse. Foto: dapd

dpa Detroit. Die deutschen Autobauer erwarten ein weiteres Erfolgsjahr – auch auf dem wachsenden US-Automarkt: Sie wollen beim Absatz die Eine-Million-Marke knacken. „Wir bauen unsere Produktionskapazitäten in den USA aus und haben das Ziel, unseren Marktanteil auch in diesem Jahr zu erhöhen“, sagte der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann, zum Auftakt der Autoshow in Detroit.

Insgesamt werde der Markt in den USA wie 2010 um elf Prozent zulegen und 12,8 Millionen Zulassungen erreichen. „Der US-Markt ist nach wie vor der größte Automobilmarkt der Welt – und das erwarte ich nach den jetzigen Prognosen auch für 2011“, betonte Wissmann. Für die deutschen Autoexporteure sind die USA das zweitwichtigste Exportland – hinter Großbritannien, aber noch vor China, sagte Wissmann: „Wertmäßig betrachtet ist für die deutschen Hersteller der Export in die USA sogar auf Platz 1 mit rund 13 Milliarden Euro.“

Wenn alles gut geht, könnten die deutschen Hersteller 2011 die Eine-Million-Marke toppen. 2010 hatten sie ihren Marktanteil zum sechsten Mal in Folge auf nun 7,6 Prozent gesteigert. In der Oberklasse dominieren deutsche Edelkarossen den Markt: Sie steigerten ihren Marktanteil in den USA auf 47,1 Prozent.

Die Krise 2009 sei auch in den USA zu den Akten gelegt, obwohl alte Absatzrekorde noch nicht wieder in Reichweite sind: „Aber es geht voran, die US-Bürger haben im vergangenen Jahr ein klares Votum für das Automobil abgelegt. Die USA bleiben Autoland“, so Wissmann.

Auch Autoexperte Stefan Bratzel sieht für die deutschen Hersteller im US-Markt noch erhebliches Potenzial: „Sie spielen gegenüber den amerikanischen und japanisch-koreanischen Herstellern nur eine untergeordnete Rolle.“ Selbst im Premiumsegment, der Domäne der deutschen Hersteller, sei Lexus nach wie vor die Einzelmarke mit dem stärksten Absatz.

Insbesondere VW habe im US-Markt deutlichen Nachholbedarf, um die selbst gesteckten Ziele erreichen zu können und Toyota als größten Hersteller ablösen zu können, betont Bratzel. Der Aufbau eigener Werke in den USA werde dabei helfen.

Um weiter zuzulegen, hat VW eine neue Mittelklasse-Limousine für den nordamerikanischen Markt auf die Räder gestellt. Der Wagen wird weiterhin Passat heißen, ist aber im Vergleich zu dem in Europa angebotenen Modell abgespeckt in der Ausstattung und dadurch billiger. Für rund 20000 Dollar (15500 Euro) soll das Modell später im Jahr bei den Händlern stehen.

„2011 wird ein Schlüsseljahr für Volkswagen“, so VW-Chef Martin Winterkorn. Europas Autokonzern Nummer eins will bis spätestens 2018 auch die weltweite Nummer eins werden und damit Toyota vom Thron stoßen. Im vergangenen Jahr landete VW nach Zahl der verkauften Autos auf Rang drei noch hinter GM. In den USA liegt VW mit weitem Abstand hinter Toyota. Die Japaner verkauften hier 2010 samt ihrer Premiumtochter Lexus knapp 1,8 Millionen Autos. Volkswagen kam inklusive Audi auf 360000.


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