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"Dieses Stiftungskonzept ist bundesweit vorbildlich"

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Die Schoellerhof-Stiftung soll ein "Projekt für die Ewigkeit" sein. Privates Vermögen zugunsten einer gemeinnützigen Sache ist schließlich aus einer Stiftung nicht mehr rückholbar. Die Erben des Schoellerhofs, die Schwestern Dr. Antonia Sievert und Elisabeth Grothaus, haben im Juni Grundbesitz und Wirtschaftsgebäude ihres Gutes in eine Stiftung eingebracht (wir berichteten) mit dem Ziel, die Flächen ökologisch aufzuwerten und als Ausgleichsflächen für öffentliche Bauvorhaben zu vermarkten.

Der Erlös aus dem Verkauf der "Ökopunkte" fließt in das Stiftungskapital und soll für Naturschutzprojekte und den Erhalt der Hofgebäude verwendet werden; mit dieser Idee hat der Bramscher Wilhelm Hasemann den Anfang gemacht und Aufsehen erregt. Westerkappeln unterzeichnete als erste Gemeinde im Münsterland einen Vertrag mit der Schoellerhof-Stiftung. Am Samstag feierten die Stiftungsgründerinnen mit prominenten Gästen in Vinte einen Dankgottesdienst, der von Generalvikar Theo Paul gestaltet wurde.

Die Grußredner sparten anschließend nicht mit Lob: Ein "hervorragendes Beispiel für gesellschaftliche Solidarität" und "ein deutliches Zeichen für den Umweltschutz" nannte der stellvertretende Landrat des Landkreises Osnabrück, Dr. Hermann Meyer, die neu gegründete Stiftung. Dr. Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Bundesstiftung Umwelt und Vorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen, beschied dem Projekt, "bundesweit vorbildlich" zu sein. "Wir hoffen auf Nachahmer in anderen Regionen Deutschlands", sagte Brickwedde.

Bis 1895 erstreckte sich dort, wo heute die Gebäude des Schoellerhofs stehen, das Vinter Moor. 15 Jahre später zerschnitt der Bau des Mittellandkanals die Landschaft und legte das Moor trocken. 1921 wurde das Gut Schoellerhof von den Besitzern der Osnabrücker Papierfabrik Schoeller gegründet. Carl Grothaus, der Vater der beiden Stiftungsgründerinnen, erwarb das Gut 1973. Der Schoellerhof umfasst insgesamt 210 Hektar Land, das zu über der Hälfte auf dem Gebiet der Gemeinde Westerkappeln liegt. Heute ist ein Großteil der Flächen verpachtet und wird konventionell bewirtschaftet.

Langfristig sollen nach dem Hasemann-Vorbild auf den Flächen land- und forstwirtschaftliche Nutzung mit Umweltschutzzielen verbunden werden, wie Landschaftsarchitekt Matthias Twisselmann erklärte: "Es soll eine extensiv genutzte Kulturlandschaft entstehen." Es gebe sehr gute Entwicklungsmöglichkeiten für zahlreiche Pflanzen- und Tierarten.

Durch großflächige Vernässung soll in dem ehemaligen Hochmoor ein Feuchtgebiet entstehen, das durch die Nähe zur Düsterdieker Niederung ein "wertvoller Baustein" für die Lebensräume vieler bedrohter Arten werden könne. "Das Potenzial hier ist unglaublich toll, um ein Kleinod für Natur und Landschaft zu entwickeln", meinte Twisselmann.


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