zuletzt aktualisiert vor

Großprojekt gemeinsam gestemmt Maststall für fast 2000 Schweine nach neuestem Standard fertiggestellt

Von Renate Lammers

Meine Nachrichten

Um das Thema Vermischtes Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Lotte. Der neue Maststall für fast 2000 Schweine der Halener Schweinemast KG ist nun fertiggestellt. Die Betreiber sind Hartmut Meyer aus Halen und Hendrik Stiegemeyer aus Wersen, die als zwei der nur noch wenigen verbliebenen Vollerwerbslandwirte in der Gemeinde Lotte expandiert haben.

Wo noch tags zuvor rund 200 Gäste bei der „Spaltenfete“ den Bauherren zur Fertigstellung des Maststalles – gute Freunde nennen ihn „Schnitzeloase“ – gratulierten, hörte man nun statt Tanzmusik wohliges Grunzen. Die ersten Ferkel sind in ihr neues Domizil gezogen.

Umzugskartons brauchten zwar nicht gepackt zu werden, doch der Transport der nicht ganz 300 Schweine war nicht weniger anspruchsvoll. In kleinen Gruppen trieben Hartmut Meyer, sein Vater Heinrich und Hendrik Stiegemeyer die rosa Glücksbringer auf den eigenen neuen Viehanhänger. Immer zu 100 Stück, und dann ging es mit lautem Gequieke im Fond die 800 Meter lange Fahrt vom Hof Meyer zum neuen Maststall an der Achmerstraße. Das Be- und Entladen der Tiere erinnerte stark an das große Viehtreiben diverser Westernfilme. „Hey, ho“, rief Hendrik Stiegemeyer laut hinter den Ferkeln her, um sie an ihren Bestimmungsort voranzutreiben. Statt Lasso nutzten die „Pigboys“ große Treibbretter, um den quirligen Vierbeinern den Weg zu weisen.

Bevor die Ferkel allerdings in ihre neue Behausung einziehen durften, passierten sie die im Eingangsbereich installierte Waage. Beim Auszug wird die Waage natürlich auch wieder Station sein: „Das Differenzgewicht ist Geld wert“, erklärte Hartmut Meyer lachend.

An ihren neuen Boxen erwartete sie Nils Meyer. Die dritte aktive Landwirtsgeneration vom Hof Meyer wird der verantwortliche Mann für den Maststall sein. Beim Einzug der Ferkel teilt Nils Meyer die Gruppen zu je 13 Tieren pro Box auf. Der junge Landwirt, der im Sommer seine Ausbildung beendet haben wird, wenn er seine staatliche Prüfung abgelegt hat, erklärte die Haltung im neuen Stall: Die Schweine bleiben den Rest ihrer 115 Tage zusammen in den Boxen, bis sie 120 Kilogramm wiegen. Dann haben sie das passende Schlachtgewicht erreicht und werden vom Viehhänder wieder abgeholt. Das soll im 14-tägigen Rhythmus geschehen.

Denn die Ferkel kommen von Meyers eigenen 230 Sauen, die rund 6000 Ferkel pro Jahr absetzen. Die beiden Eber des Hofes sind allerdings nur für die Stimulation, das „Rauschen“, der Sauen zuständig. Meyers setzen auf künstliche Befruchtung, „dann stimmt die Linie“, erklärte Nils Meyer. Nach 28 Tagen bei der Muttersau kommen die Jungtiere in den Ferkelzuchtstall. Nach rund sechs Wochen wiegen sie etwa 28 Kilogramm und werden dann von Meyers Hof in den gemeinsam mit Hendrik Stiegemeyer betriebenen Maststall transportiert.

Der Maststall ist mit viel Technik ausgestattet. Die Fütterung funktioniert vollautomatisch. Vier verschiedene Futtersorten werden – auf das Gewicht der Tiere abgestimmt – abgegeben. Über Sensoren werden Belüftung und Heizung reguliert. Auf dem Dach des Maststalls sichert eine Fotovoltaikanlage die Stromversorgung.

Vor vier Jahren begannen die Planungen für den Großstall, letzten September war dann erster Spatenstich. Mit viel Eigenleistung haben Meyers und Stiegemeyers die Anlage im Halener Außenbereich gebaut. Dabei haben die Landwirte auf eine natürliche Bauweise mit Klinkern statt des üblichen Betons gesetzt. „Der Außenbereich wird dann noch mit einer Obststreuwiese bereichert“, schloss Hartmut Meyer seine Ausführungen zum Großprojekt.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN