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Verhaltene Reaktionen auf neues Kabinett

Von dpa

Paris. In Frankreich hat die neue Regierung von Präsident Nicolas Sarkozy eher verhaltene Reaktionen ausgelöst. Während die im Amt bestätigte Wirtschaftsministerin Christine Lagarde das neue Kabinett im Rundfunk als „total revolutionär“ beschrieb, taten die meisten Oppositionspolitiker wie Sozialisten-Chefin Martine Aubry die Umbildung als „Viel Lärm um nichts“ ab. Als eindeutiger Gewinner wird von den Medien des Landes jedoch der erneut ernannte Ministerpräsident François Fillon gesehen. Mehrere Blätter nennen ihn „Super-Fillon“.

Sarkozy hatte seine angeschlagene Regierung am Sonntag umgebaut und sich dabei von mehreren unbequem gewordenen Kabinettsmitgliedern getrennt. Im Gegenzug holte er altgediente Politiker ins Boot. Regierungschef bleibtmonatelangen Spekulationen über seine Ablösung zum Trotz Fillon. Neues Gesicht Frankreichs auf der internationalen Bühne wird Ex-Justizministerin Michèle Alliot-Marie als Außenministerin. Ihr Vorgänger, der ehemalige sozialistische Politiker Bernard Kouchner, verlässt die Regierung. Ex-Premierminister Alain Juppé wird Verteidigungsminister.Sarkozy hatte die Regierungsumbildung bereits im März angekündigt und dann immer wieder aufgeschoben. Zuletzt wollte er erst noch die umstrittene Rentenreform durchsetzen. Sarkozy will mit der neuen Mannschaft seine Wiederwahl 2012 vorbereiten. Dabei setzt er in erster Linie auf bewährte Profis und auf getreue Gefolgsleute. Das neue Kabinett soll am Mittwoch zum ersten Mal zusammentreten.