zuletzt aktualisiert vor

Afghanistan: Baubeginn neuer deutscher Botschaft in Kabul Petraeus sieht kleine Erfolge

Von dpa

Vor einem entscheidenden Jahr steht die ISAF-Truppe 2011 in Afghanistan, prognostiziert US-General Petraeus. Foto: dpaVor einem entscheidenden Jahr steht die ISAF-Truppe 2011 in Afghanistan, prognostiziert US-General Petraeus. Foto: dpa

Kabul. Wenige Tage vor dem NATO-Gipfel hat sich der Kommandeur der ISAF-Schutztruppe, US-General David Petraeus, vorsichtig optimistisch zur Entwicklung in Afghanistan geäußert.

„Es gibt Fortschritte, auch wenn es hart erkämpfte Fortschritte sind“, sagte er nach einem Treffen mit Bundesbauminister Peter Ramsauer (CSU) und Verteidigungsstaatssekretär Christian Schmidt (CSU) in Kabul.

Im nordafghanischen Einsatzgebiet der Bundeswehr kam es erneut zu schweren Kämpfen, bei denen acht Angehörige einer regierungsfreundlichen Miliz und ein Polizist sowie sieben Taliban- Kämpfer getötet wurden.

Der Anlass für Ramsauers Besuch war die Grundsteinlegung für ein Wohngebäude für Sicherheitskräfte auf dem Gelände der deutschen Botschaft in Kabul. Die Vertretung der Bundesrepublik, die im Januar 2009 bei einem Selbstmordanschlag schwer beschädigt wurde, soll in den nächsten Jahren für 65 Millionen Euro komplett neu gebaut werden. Die neue Schutzmauer soll künftig Anschlägen mit mehreren Hundert Kilogramm Sprengstoff standhalten können, und dem Dach sollen selbst Mörsergranaten nichts anhaben können.

Ramsauer dankte den insgesamt 120 Botschaftsmitarbeitern für ihren „schwierigen und gefahrenvollen Dienst“. Aus Ramsauers Etat wird der Botschaftsneubau mitfinanziert. „Sie müssen ihren Dienst für unser Land in größtmöglicher Sicherheit vollbringen können“, begründete der Minister die Investition. Der Neubau in Kabul ist einer der teuersten des Auswärtigen Amts. Das Personal besteht zu einem großen Teil aus Sicherheitskräften. Den Mitarbeitern ist es nicht erlaubt, außerhalb der sicheren Botschaftsmauern zu wohnen.

Für Ramsauer ist es die erste Afghanistan-Reise. Insgesamt waren in diesem Jahr aber schon rund 40 Delegationen von Ministern, Staatssekretären und Bundestagsabgeordneten am Hindukusch.US-General Petraeus sprach nach seinem Treffen mit den deutschen Gästen von „leichten Erfolgen“ des Afghanistan-Einsatzes. In einigen Bereichen habe es aber auch Rückschläge gegeben. „Man muss ganz klar sehen, dass wir in den bevorstehenden Monaten und Jahren noch viel mehr tun müssen.“