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Berlusconis Regierung vor dem Aus

Von dpa

Rom. Die Regierung von Silvio Berlusconi steht nach dem Ausscheiden mehrerer Kabinettsmitglieder vor dem Zusammenbruch.

Eine Lösung der italienischen Dauer-Krise etwa über Neuwahlen ist aber noch nicht in Sicht. Die entscheidenden Vertrauensabstimmungen sind jetzt für Mitte Dezember geplant. Der ehemalige Bündnispartner des Medienmoguls, Gianfranco Fini, machte seine Drohung wahr und zog seine Minister aus dem gemeinsamen Kabinett ab. Immer offener wird in Italien vom Untergang Berlusconis und seiner Ära gesprochen. Der Ministerpräsident will aber nicht aufgeben. Er will zunächst den Haushalt 2011 mit seinem Sparprogramm durchs Parlament bringen. Das befürwortet grundsätzlich auch die Opposition. Fini war Ende Juli nach langen Streitigkeiten mit dem Cavaliere aus der gemeinsam gegründeten PdL-Regierungspartei gedrängt worden. Nachdem Sexskandale den 74-jährigen Regierungschef zuletzt erneut in die Schlagzeilen gebracht hatten, hatte Fini den Abzug seiner Leute aus der Regierung angedroht.Gestern war es soweit: Der Minister für Europapolitik, Andrea Ronchi, der stellvertretende Minister für Außenhandel, Adolfo Urso, sowie zwei Unterstaatssekretäre – alle aus Finis abtrünniger Fraktion „Zukunft und Freiheit für Italien“ (FLI) – reichten ihren „unwiderruflichen Rücktritt“ ein.