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Köster machte das Rennen: Baufirma Bücker gekauft

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Von Siegfrid Sachse

Osnabrück (Eigenbericht).
Die Bauwirtschaft in der Region rückt weiter zusammen. Der jüngste Schritt ist die 100prozentige Übernahme der A. Bücker GmbH & Co., Melle, durch die Köster Bau AG & Co. Das Osnabrücker Unternehmen , nach eigenen Angaben Niedersachsens größte inhabergeführte Bauunternehmung, erwarb die Meller Baufirma rückwirkend zum 1. Januar dieses Jahres.

Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Die Finanzierung dieses Engagements sei aus eigenen Mitteln erfolgt, teilte Vorstandsvorsitzender Dieter Köster am Mittwoch in Osnabrück mit. Die in der vierten Generation tätigen Eigentümer von Bücker , die in München ansässig sind, hätten ihre Geschäftsanteile aus Altersgründen verkauft, verlautete in diesem Zusammenhang.

Das seit 1864 bestehende Meller Unternehmen kam zuletzt auf einen Umsatz von rund 70 Millionen DM und beschäftigt etwa 230 Mitarbeiter. Bücker-Geschäftsführer Rolf Hippe hob hervor, dass das Unternehmen mit schwarzen Zahlen arbeite. Eine Umsatzrendite von ein Prozent sei allerdings zu wenig, um entsprechend ,,in die Zukunft" investieren zu können. Insgesamt gab es den Angaben zufolge drei Bewerber für Bücker. Den Ausschlag für Köster gab nach Meinung von Hippe die bereits in der Vergangenheit praktizierte gute Zusammenarbeit zwischen beiden Unternehmen. Köster und Hippe zufolge wird die Übernahme keine Entlassungen nach sich ziehen. Wenn Personal bei Bücker abgebaut werden sollte, dann werde dies auf dem Weg natürlicher Fluktuation geschehen.

Beide Unternehmen versprechen sich durch den Zusammenschluss nicht nur eine Reihe von Synergieeffekte, sondern auch erhebliche Wachstumsimpulse. Köster und Bücker hätten ein ähnliches Produktionsprogramm, wobei ein Schwerpunkt des Meller Unternehmens der Umweltbau sei. Dieser Bereich soll künftig noch intensiviert werden, denn hier werden große Möglichkeiten der Expansion gesehen. Durch die Übernahme von Bücker sind bei der Köster Bau-Gruppe nunmehr an zwölf Standorten in ganz Deutschland rund 1500 Personen beschäftigt. Der Umsatz soll in diesem Jahr auf rund 920 Millionen DM steigen gegenüber 850 Millionen DM in 2000. Vom Gesamtumsatz entfallen derzeit 50 Prozent auf den Schlüsselfertigbau, 25 Prozent auf Umwelttechnik und Anlagenbau für die Chemie bzw. Wasserwirtschaft sowie weitere 25 Prozent auf Roh- und Straßenbau.

Trotz der allgemeinen Baukrise zeigte sich Köster mit der Ertragslage des Unternehmens in 2000 sehr zufrieden. Der Ertrag sei sogar besser gewesen als im Jahr zuvor, betonte der Firmenchef. Man liege oberhalb des Branchendurchschnitts. Der Vorstandsvorsitzende führt dies insbesondere darauf zurück, dass sich das Unternehmen frühzeitig auf die Misere in der Baubranche eingestellt und die Umstrukturierung insbesondere im Dienstleistungsbereich forciert habe.

Von wesentlicher Bedeutung sei auch, dass Köster eine recht ausgewogene Produktpalette anbiete und von keiner Region abhängig sei. Dem Firmenchef zufolge entfallen vom Umsatzvolumen 20 Prozent auf Niedersachsen, 30 Prozent auf Baden-Württemberg, 40 Prozent auf Nordrhein-Westfalen und der Rest auf Hamburg/Schleswig-Holstein. Beschäftigungsprobleme habe Köster nicht. Die derzeitige Auftragslage sichere zur Zeit eine Beschäftigung von acht Monaten. Der Vorstandsvorsitzende wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass man nach wie vor Ingenieure suche.


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