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IMPRESSIONEN vom Besuch im polnischen Partnerkreis Allenstein (Olsztyn): Mitglieder des Hagener "Vereins zur Unterstützung hilfebedürftiger Personen" übergaben einer Pflegefamilie einen VW Bus (von links), Mitarbeiter der Osnabrücker Kreisverwaltung besuchten gemeinsam mit ihren polnischen Amtskollegen unter anderem die Feuerwehr, eine Straußenfarm und eine Metzgerei.IMPRESSIONEN vom Besuch im polnischen Partnerkreis Allenstein (Olsztyn): Mitglieder des Hagener "Vereins zur Unterstützung hilfebedürftiger Personen" übergaben einer Pflegefamilie einen VW Bus (von links), Mitarbeiter der Osnabrücker Kreisverwaltung besuchten gemeinsam mit ihren polnischen Amtskollegen unter anderem die Feuerwehr, eine Straußenfarm und eine Metzgerei.

Was eine "Informationsreise der Fachdienstleiter" - irgendeinen Namen muss das Kind ja haben - so alles bewirken kann: Die Fachdienst- und Referatsleiter und weitere Mitarbeiter des Landkreises Osnabrück brennen schon jetzt förmlich darauf, dem ersten offiziellen Beschnuppern auf Verwaltungsebene im Partnerkreis Allenstein (Olsztyn) weitere fachliche Schnuppertage folgen zu lassen. Ihre Chefs, Landrat Manfred Hugo und der Erste Kreisrat Reinhold Kassing, konnten ihren Stolz auf die "brennenden" Mitarbeiter nicht verbergen.

Und dass Hugo und Co. mit geballter Fachkompetenz zu ihren polnischen Freunden gekommen waren, fiel auch dem Landrat des Landkreises Allenstein, Adam Sierzputowski, sofort auf: Auf seine Frage, wie es seinem deutschen Pendant denn gelungen sei, ein "so kompetentes Team" zusammenzubekommen, antwortete Hugo in seiner gewohnt kurzen und knackigen Art: "Die anderen haben wir nicht eingestellt."

Doch es war keineswegs so, dass die "kompetenten" Osnabrücker mit ihrem Verständnis von effektiver Verwaltung den polnischen Amtskollegen in allen Belangen überlegen waren. Im Gegenteil: "Da können wir uns eine Scheibe von abschneiden", war immer wieder zu vernehmen - beim Besuch im Kreiskrankenhaus in Dobre Miasto, beim Rundgang durch eine Metzgerei in Biskupiec oder bei der Inspektion der Schul-, Rehabilitations- und Erziehungsstätte (ebenfalls in Biskupiec).

Gut, bei dem einen oder anderen standen dann auch schon mal die berühmten Haare zu Berge - wie bei Arndt Hauschild. Der Leiter des Fachdienstes Planen und Bauen zeigte sich angesichts mancher Bauwerke mitten in der polnischen Landschaft - so ganz ohne Flächennutzungsplan - überrascht. Aber wer sagt schon, dass das deutsche Baurecht unschlagbar gut ist?

Für unschlagbar gut halten die Polen offensichtlich aber das Konzept der Jugendherberge am deutschen Alfsee. Denn nach diesem Muster soll möglichst schon bald am Ukielsee in Allenstein eine Jugendherberge gebaut werden - ein gemeinsames Projekt des Deutschen Jugendherbergswerks, der Landkreise Allenstein und Osnabrück sowie der Stadt Allenstein. "Wir wollen so der Entwicklung in der Touristik eine Chance geben", meinte der Allenstein-Oberkreisdirektor Andrzej Szeniawski bei der Besichtigung des möglichen Grundstücks. "Keine Frage, eine solche Planung unterstützen wir natürlich", signalisierte dann auch gleich Landrat Hugo, "und da sind wir gern behilflich, dass dieses Projekt ein Modellprojekt werden kann." Ein Modellprojekt, das möglicherweise seinen beispielhaften Charakter durch die ökologische Ausrichtung erhalten könne, wie Kassing erläuterte. Dann seien vielleicht auch Mittel von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt zu erhalten.

Apropos Deutsche Bundesstiftung Umwelt: Die hatte gerade erst rund 150000 Euro für die Restaurierung der Burg Hohenstein in Olsztynek zur Verfügung gestellt. Die deutsche Delegation machte sich jetzt vor Ort ein Bild von dem renovierten Gebäude, das als Berufsschulzentrum genutzt wird. Ein Projekt, das im Übrigen auch ein "Kind" des CDU-Fraktionschefs im Kreistag, Georg Schirmbeck, ist. Der hatte sich vor drei Jahren für die Renovierung stark gemacht und die nötigen Fäden gesponnen. "Eine Unterstützung von einem unschätzbaren Wert", wie die Verantwortlichen des Landkreises Allenstein betonten.

Ganz praktische Hilfe konnten auch Heinz Niemann und Hubert Kasselmann vom "Hagener Verein zur Unterstützung hilfebedürftiger Personen" leisten. Im Mai hatten die beiden bei einer Reise durch Allenstein auch Pflegeeltern in Nowe Kawkowo besucht, die Kleinkinder aus zerrütteten Familien aufnehmen. Auf ihrem abgelegenen Bauernhof kümmern sich Jolanta und Marvin Chudzik liebevoll um die Mädchen und Jungen, bis sie entweder zu ihren leiblichen Eltern zurückkehren können oder aber endgültig an Adoptiveltern weitervermittelt werden.

Die Hagener Gäste erkannten vor knapp vier Monaten sofort: Die Chudziks brauchen für ihre liebe- und aufopferungsvolle Zuwendung zu den kleinen Knirpsen keine personelle Unterstützung, sondern ein funktionierendes Auto mit ausreichend Sitzplätzen. Seit ein paar Tagen nun steht auf dem Hof ein schneeweißer VW Bus mit sieben Kindersitzen, der aus Spendengeldern des Hagener Vereins finanziert worden ist.

Den Dank auch des Landkreises Olsztyn drückte Landrat Adam Sierzputowski im Beisein von Hagens Bürgermeister Dieter Eickholt und Landrat Manfred Hugo so aus: Die Güte und Herzlichkeit der Hagener auf dem kleinen Hof in Nowe Kawkowo sind nicht zu messen.


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