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"XY" zeigte unschuldiges Urlauberpaar

Es war angekündigt als außergewöhnliche Zusammenarbeit mit dem FBI und "spektakulärste Personenfahndung in der 40-jährigen Geschichte von Aktenzeichen XY" - nun droht daraus die größte Blamage bei der Verbrecherjagd im ZDF zu werden: Das Zweite hat am Mittwoch bei der Fahndung nach dem 21-fachen Mörder James J. Bulgar (79) aus Boston und seiner Lebensgefährtin Catherine Greig ein völlig unschuldiges deutsches Urlauberpaar gezeigt - und versucht dies auch noch als Erfolg zu verkaufen.

Die mit der Vermarktung der Sendung befasste PR-Agentur meldete sich gestern per Mail bei unserer Zeitung und verkündete: "FBI dankt Aktenzeichen XY! Das gesuchte Pärchen ist identifiziert!" Nach der Sendung, die über fünf Millionen Zuschauer verfolgt hatten, habe sich "ein völlig verunsichertes Paar" aus Deutschland gemeldet, das sich auf dem Fahndungsfoto erkannt habe. Munter wurde die Panne als Durchbruch verkauft: "Die FBI-Beamten können nun sofort die weltweite Fahndung mit diesem Foto einstellen; das deutsche Paar kann sicher sein, dass sein Urlaubsfoto nicht weiter um die Welt geht - mit für sie möglicherweise unabsehbaren Folgen."

In einem Filmausschnitt hatten die FBI-Ermittler geglaubt, Bulgar und Creig bei einer Reise im sizilianischen Taormina im April 2007 zu erkennen. Tatsächlich waren die Fahnder einem bösen Irrtum aufgesessen.


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