zuletzt aktualisiert vor

In Osnabrück leben die glücklichsten Deutschen

Von

Zu diesem Ergebnis kommt die nach Worten des Sterns größte repräsentative Befragung, die jemals mit Hilfe des Internets in Deutschland durchgeführt wurde. Zwischen Mitte Oktober und Ende Dezember 2002 konnten sich Internetnutzer über ihre Zufriedenheit mit Institutionen von Arbeitsamt bis Umweltorganisationen äußern. 356000 Menschen haben diesen Fragebogen ausgefüllt, meldet des Hamburger Magazin. Paralell dazu seien 2400 Deutsche klassisch befragt worden und die Daten damit bereinigt, um Verzerrungen durch die Online-Befragung auszuschließen.

Das Osnabrücker Ergebnis kann sich sehen lassen: Nicht weniger als 87 Prozent der Osnabrücker meinen, dass es sich in ihrer Stadt und der Region gut oder sehr gut leben lässt. Stand das Launebaromter vorgestern im Rathaus noch auf Sturm, war ob diesen Befundes gestern schon wieder große Zufriedenheit angesagt. Pressesprecher Dr. Sven Jürgensen und sein Chef OB Hans-Jürgen Fip luden eiligst zur Pressekonferenz, um in aufgeräumter Stimmung das stattliche Ergebnis der Stern-Umfrage einer breiten Öffentlichkeit kund zu tun.

Dabei hält das Blatt in seiner heutigen Ausgabe nicht mit Kritik hinterm Berg. Mit Blick auf das gesamte Land kommt Autor Jan Boris Wintzenburg zu einem ernüchternden Ergebnis: „Ein Land des Jammerns. Ein Land des Jammers.“ So sieht er die Stimmungslage der Deutschen, wenn sie an Politik und Reformen denken. Selbst Kirchen und Gewerkschaften können keine Hoffnungen mehr wecken. Das meiste Vertrauen im Land genießt derzeit der ADAC.

Wie schön also, dass die glücklichsten Deutschen in Osnabrück leben. Wenngleich die Umfrage ergeben hat, dass sich die Osnabrücker Stadtverwaltung nicht mit Ruhm bekleckerte. Sie belegt mit dem 37. Platz in der Beliebtheitsskala aber immerhin noch das obere Mittelfeld unter den insgesamt 97 geprüften Kommunen.

Aber diese Randerscheinung kann das Gesamtbild einer großen Zufriedenheit der Bürger in ihrer Region nicht trüben. Die Osnabrücker fühlen sich wohl zwischen Teutoburger Wald und Wiehengebirge. Wohler als noch im vergangenen Jahr als die Stadt des Westfälischen Friedens in einer ähnlichen Stern-Umfrage mit 76 Prozent auf Platz 17 kam.

Das Schlusslicht bildet in der Umfrage die Stadt Dessau mit einer Zufriedenheitsquote von lediglich 23 Prozent. Und so blickt OB Fip im Stern denn auch wesentlich entspannter in die Kamera des Fotografen als sein Dessauer Kollege Hans-Georg Otto. „Uns geht es besser als anderen Kommunen“, hat Fip Stern-Redakteur Markus Grill in den Block diktiert. Sein Dessauer Kollege kann mit Blick auf die wirtschaftliche Lage seiner Stadt dagegen nur vermelden: „Das ist alles zusammengebrochen.“


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN