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Kommentar: Das kann ja heiter werden

Von Wilfried Hinrichs

Nils Peters verabschiedet sich polternd und in seiner eigenen Wahrnehmung heldenhaft aus Partei und Fraktion. Das sieht nach einem großen Krach in der SPD-Fraktion aus. Ist es aber nicht. In Wahrheit ist Peters isoliert. Eine Spaltung der Fraktion wird es nicht geben und eine Kursänderung schon gar nicht.

Dass er seine Vorstellungen nicht durchsetzen konnte, erklärt seinen Frust. Auch die Entfremdung zur SPD ist ein nachvollziehbares Phänomen. Und trotzdem lässt der plötzliche Rückzug die Parteigenossen ratlos zurück. Denn Peters wirft die Brocken hin, ohne sich dem Fraktionsvorsitzenden persönlich zu erklären, mit dem ihn eine lange politische Freundschaft verbindet. Das ist kein guter Stil.

Und wenn er sich schon Ende 2010 sicher war, vor dem Haushaltsbeschluss zurückzutreten, dann hätte er nicht für die SPD die interfraktionellen Haushaltsgespräche aufnehmen dürfen. Man darf annehmen, dass er vor diesem Hintergrund die Verhandlungen nur halbherzig führte.

Die letzten acht Monate im Stadtrat können ja heiter werden. Peters wird bestrebt sein, Profil zu zeigen und seinen Rücktritt in Wort und Tat zu rechtfertigen. Gut, dass sich die Wahlperiode dem Ende zuneigt.