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Klangvolle Meisterwerke zu Gunsten der Klausing-Orgel

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Der Zahn der Zeit nagt unaufhaltsam an der historischen Klausing-Orgel in der St.-Matthäus-Kirche. Einen klangvollen und informativen Beitrag zu ihrer geplanten Restaurierung leisteten am Mittwoch Ludger und Dr. Barbara Stühlmeyer aus Hof. Mit einem Gesprächskonzert warben sie auf Einladung des Orgelbauvereins um Spenden für das große Projekt.

"Die Restaurierung der Klausing-Orgel ruht auf breiten Schultern", betonte Vereinsvorsitzender Konrad Huhmann. Denn durch Mitgliedsbeiträge, durch freiwillige Spenden und durch den Besuch besonderer Veranstaltungen leisteten unzählige Freunde der Orgelmusik bereits einen Beitrag zum Erhalt des "königlichen Instrumentes". Dem gebürtigen Meller Ludger Stühlmeyer wuchs die Klausing-Orgel schon in seiner Kindheit ans Herz. Bereitwillig stellte der Dekanatskantor für Hochfranken und Mitarbeiter des Amtes für Kirchenmusik im Erzbischöflichen Ordinariat Bamberg deshalb seine Virtuosität in den Dienst der guten Sache.

Mit Johann Sebastian Bachs wohl berühmtesten Orgelwerk, der Toccata d-Moll, leitete er dramatisch-effektvoll das Konzert ein. In der folgenden Stunde verbanden sich für die Besucher orgelgeschichtliche Informationen mit ausdrucksvollen Interpretationen musikalischer Meisterwerke. Die Entwicklung der Orgel, als deren Vorläufer die im dritten Jahrhundert vor Christus erfundene Wasserorgel gilt, zeichnete Dr. Barbara Stühlmeyer nach. Im römischen Reich avancierte die Orgel im ausschließlich weltlichen Gebrauch zum beliebten Instrument, bevor sie wieder in Vergessenheit geriet. Erst Karl der Große verhalf der Orgel zu einem neuen Aufschwung: Im Zuge der künstlerischen Ausgestaltung der Gottesdienste in der Karolingerzeit fand die Orgel Eingang in die Kirchen. Die Orgelkunst und mit ihr die Orgelkomposition erreichten im 17. und 18. Jahrhundert ihren Höhepunkt.

Als größter norddeutscher Komponist galt zur Entstehungszeit der Klausing-Orgel Dietrich Buxtehude, dessen Präludium und Fuge g-Moll Ludger Stühlmeyer mit virtuoser Ausdruckskraft darbot. Rhythmisierende Akkorde und kühne Läufe vereinten sich zu einem klangvollen Höhepunkt. Buxtehudes wirkungsvoll koloriertes Choralvorspiel "Nun bitten wir den Heiligen Geist" führte zurück in jene Zeit, da die Gemeinde nach der instrumentalen Hinführung den Choral noch unbegleitet anstimmte. Ende des 19. Jahrhunderts gab Max Reger mit seinen von Bach'scher Polyfonie und Wagner'scher Harmonik beeinflussten Werken der Orgelmusik neue Impulse. Seine Toccata vivacissimo führte Ludger Stühlmeyer in virtuoser, fast bedrohlich anmutender Klanggewalt dem versöhnlichen Schluss zu.

Das Konzert bereicherte der gebürtige Meller um eigene Kompositionen. Seine Uraufführung erlebte dabei das "Osterlied", gewidmet Papst Benedikt XVI. Gemeinsam mit Dr. Barbara Stühlmeyer, Flöte, und Tochter Lea, Gesang, intonierte Ludger Stühlmeyer die lieblich vertonte Osterbotschaft, deren Original seit den Festtagen im Vatikan liegt. Markante rhythmische Akzente und eine strahlende Harmonik prägten seine Orgelimprovisation zum Abschluss des Konzertabends. Für den Orgelbauverein bildete das Konzert einen weiteren kleinen Mosaikstein auf dem Weg zur dringend notwendigen Restaurierung der Klausing-Orgel.


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