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Warum man niemanden Macker oder Luder nennen sollte

Dieses Eselfohlen wird niemals ein großer Macker sein. Es ist nämlich ein Weibchen und heißt Vicky.Dieses Eselfohlen wird niemals ein großer Macker sein. Es ist nämlich ein Weibchen und heißt Vicky.

In weniger feinen Kneipen, wo der Ton rauer ist, gehört es vielleicht zum guten Ton, einen Mann Macker zu nennen und eine Frau Luder. Dazu sollte man sich allerdings aus verschiedenen Gründen nie hinreißen lassen. Und zwar nicht nur, weil der so angesprochene vielleicht sehr schlagkräftig ist und man sein Esszimmer danach vom Boden aufsuchen kann. Nein, diese beiden Bezeichnungen sind gelinde gesagt sehr unfreundlich – wobei kaum jemand weiß, warum.

Den Begriff Luder kannte man schon im Mittelalter, so nannte man damals in der Falknerei ein Tier, dass laufen gelassen wurde, um den Beizvogel anzulocken. Später nannten Jäger so tote Tiere, die sie auslegten, um Raubtiere anzulocken. In der Jägersprache hat sich diese Bedeutung bis heute gehalten.

Heute steht aber eine Bedeutung im Mittelpunkt, die die Gebrüder Grimm in ihrem Wörterbuch nur am Rande vermerkten: „liederliches Frauenzimmer“. In diesem Sinn ist es seit etwa 15 Jahren durch die Boulevardpresse wieder verbreitet worden – etwa als „Boxenluder“, „Teppichluder“ oder „Botschaftsluder“.

Beiden Bedeutungen gemein ist die allgemeine, grundlegende Bedeutung, wie sie im „Ulenspiegel“ festgeschrieben wurde. Demnach „heiszt luder lockung, anreizung, lockmittel überhaupt“.

Etwas einfacher ist die Bedeutung des Wortes Macker: Ein Macker ist ein kastrierter Eselhengst, ein Eselwallach. Und ist Esel schon nicht eben ein Kosename, dann ist es noch weniger freundlich, jemanden als kastrierten Esel zu bezeichnen. Klar.

Am besten also, man klammert beide Begriffe aus dem Wortschatz aus. Denn mit etwas Phantasie lassen sich doch selbst für die unangenehmsten Zeitgenossen viel elegantere Schmähungen finden, oder?


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