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Braune Wälder - Aufplanzungen in Hakenkreuzform

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Dass sich der Grtößenwahn des NS-Regimes mit architektonischer Gigantomanie und Massenveranstaltungen feierte, ist bekannt. Vor allem von Ausländern hört man aber bisweilen eine Geschichte, die fast zu bizarr ist, um wahr zu sein: Es gebe ganze in Form eines Hakenkreuzes gepflanzte Wälder.

Aber scheinbar war in dieser finsteren Zeit Deutschlands nichts zu bizarr, um nicht von linientreuen Schergen umgesetzt zu werden. Und so gibt es sie auch: die Hakenkreuz-Wälder.

Mitten in Kiefernwälder wurden in Form des Nazi-Symbols Lärchen gepflanzt. Weil Lärchen im Gegensatz zu Kiefern ihre Nadeln verlieren, entstand im Herbst ein gelbes Hakenkreuz auf dunkelgrünem Grund und im Frühjahr ein hellgrünes. Sehen konnte man das allerdings nur aus der Luft.

Wohl deshalb gerieten diese Aufforstungen nach der Befreiung durch die Alliierten Jahrzehnte lang in Vergessenheit. Erst 1992 wurde dann bei Zernikow in der Uckermark eine schaurige Entdeckung gemacht. 1995 wurden 43 der 100 Lärchen, die 1938 gepflanzt worden waren, gefällt. Zu wenig – die Form blieb erkennbar. 2000 wurden weitere 25 Bäume gefällt. Vorbei war es mit der Pilgerstätte für Ewiggestrige. Schneller war man in Hessen, wo zwei Wälder entnazifiziert wurden. Bei Asterode etwa hatte ein Förster einst die Zahl 1933 und ein Hakenkreuz mit Lärchen gepflanzt. 15 Jahre nach Kriegsende wurden die Bäume auf Betreiben der Amerikaner durch Douglasien ersetzt. Die ursprüngliche Form war aber noch Jahrzehnte lang zu erkennen. Bis ein Unwetter 1990 den Wald ummähte.

Es gibt zwar keine vollständigen Aufzeichnungen über ähnliche Pflanzungen, aber Historikern zufolge soll es auch heute noch mehrere derartige Wälder in Deutschland und sogar dem ehemals besetztem Ausland geben. Wo die sind? Das bleibt besser unbekannt – sie würden wohl schnell zur Pilgerstätte für braunes Pack.


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