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Ehrenamtlicher Einsatz für SkF rund um die Uhr

Im vergangenen Jahr haben 67 Frauen und 58 Kinder Aufnahme und Schutz im Frauen- und Kinderschutzhaus des SkF in Lingen gesucht. Darauf wies die langjährige Leiterin der Einrichtung, Monika Olthaus-Göbel, in der Feierstunde hin.

Im Haus des SkF gibt es einen gemeinsamen Wohnbereich sowie Küche und Beratungsräume im Erdgeschoss, während sich im Ober- und Dachgeschoss des von der Stadt gemieteten Gebäudes die Schlafräume für die Frauen und Kinder befinden. „Nur durch die große Einsatzbereitschaft von zurzeit 13 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen ist das Schutzhaus rund um die Uhr erreichbar“, unterstrich die Leiterin die Bedeutung dieses Einsatzes.

In ihrer Rede nahm sie die Gäste gleichsam mit in das Haus: „Unsere Frauen dort haben Schläge, Tritte, sexuelle Gewalt, Morddrohungen bis hin zu Mordversuchen erlebt“, beschrieb die Sozialpädagogin die ganze Palette menschlicher Abgründe.

Dass es nicht zum totalen Absturz kommt, ist das besondere Anliegen des Skf. In diesem Zusammenhang unterstrich Frau Olthaus-Göbel die Notwendigkeit, die Kinder im Schutzhaus noch stärker in den Blick zu nehmen. „Dass Jungen und Mädchen misshandelt oder Zeugen von Misshandlungen werden, hat eine generationsübergreifende Wirkung und ist deshalb sozial schädlich“, sagte die Sozialarbeiterin.

Ausdrücklich lobte Frau Olthaus-Göbel das in dieser Form in Niedersachsen einmalige Netzwerk von Institutionen in Lingen, die in einem 2001 gegründeten Arbeitskreis „Häusliche Gewalt“ tätig sind. An diesem Netzwerk in Lingen gelte es weiter zu arbeiten, sagte die Kreissozialdezernentin Dr. Christine Hawighorst in ihrem Grußwort. Sie hatte während ihrer Dienstzeit in Lingen selbst aktiv in diesem Arbeitskreis mitgearbeitet.

Ein Problem sei die noch unterentwickelte Täterarbeit, sagte die Dezernentin. Vor dem Hintergrund der Tatsache, dass viele Frauen wieder zu ihrem Partner zurückkehrten, komme dieser Arbeit wachsende Bedeutung zu.

Den Dank und die Anerkennung der Stadt Lingen für das Engagement des SkF im Schutzhaus sprach Erste Bürgermeisterin Ursula Ramelow aus. „Wer diesen Schritt hinaus aus dem eigenen Haus wagt, der hat bereits einen langen Leidensweg hinter sich,“ beschrieb Frau Ramelow die Lage der Betroffenen. Sie sprach außerdem die Hoffnung aus, dass sich weitere ehrenamtliche Frauen bereit finden mögen, diese wichtige Arbeit des Skf in der Stadt Lingen zu unterstützen.

Die Verzahnung von haupt- und ehrenamtlichen Kräften des SkF in Lingen sei dessen besondere Stärke, lobte Caritasdirektor Josef Heile. „Gewalt ist nie privat und jeder hat ein Recht darauf, ohne Gewalt zu leben“, unterstrich Heile. Daran mitzuwirken sei eine zutiefst christliche Aufgabe.


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