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Weltweit einmaliges Spektakel in Schleswig-Holstein – Bestand seit 2000 rückläufig Wo die Brandgänse mausern

Von dpa

Zwei Brandgänse schwimmen auf einem See bei St. Peter-Ording (Kreis Nordfriesland) (Foto vom 29.07.2010). Schleswig-Holsteins Wattenmeer gehört zurzeit den Brandgänsen. Bis zu 200 000 der scheuen Vögel versammeln sich jedes Jahr im Mündungsgebiet der Elbe, um sich ein neues Federkleid zuzulegen. Foto: Julian Stratenschulte dpa/lno (zu lno 0032 vom 01.08.2010) +++(c) dpa - Bildfunk+++Noch sind die Federn dran: zwei Brandgänse auf einem See bei Sankt Peter-Ording. Foto: dpaZwei Brandgänse schwimmen auf einem See bei St. Peter-Ording (Kreis Nordfriesland) (Foto vom 29.07.2010). Schleswig-Holsteins Wattenmeer gehört zurzeit den Brandgänsen. Bis zu 200 000 der scheuen Vögel versammeln sich jedes Jahr im Mündungsgebiet der Elbe, um sich ein neues Federkleid zuzulegen. Foto: Julian Stratenschulte dpa/lno (zu lno 0032 vom 01.08.2010) +++(c) dpa - Bildfunk+++Noch sind die Federn dran: zwei Brandgänse auf einem See bei Sankt Peter-Ording. Foto: dpa

dpa Tönning. Schleswig-Holsteins Wattenmeer gehört zurzeit den Brandgänsen. Bis zu 200000 der scheuen Vögel sammeln sich jedes Jahr im Mündungsgebiet der Elbe, um sich ein neues Federkleid zuzulegen. Die Massenmauser der Brandgänse im Hochsommer sei ein weltweit einzigartiges biologisches Spektakel, sagte Nationalpark-Sprecher Hendrik Brunckhorst in Tönning (Kreis Nordfriesland). Fast der gesamte europäische Bestand (90 Prozent) kommt dann in die Region. „Nur die Jungvögel und einzelne sie noch betreuende Altvögel fehlen.“

Umweltschützer warnen jedoch, dass immer weniger Brandgänse ihr Federkleid im Wattenmeer wechseln. „Der Mauserbestand ist seit dem Jahr 2000 rückläufig“, ergab eine Untersuchung der Biologen Norbert Kempf, Kai Eskildsen und Bernd Hälterlein. Zu Tausenden fliegen die Vögel stattdessen zur Mauser in die Niederlande oder nach Großbritannien. Noch sind die Gründe nicht erforscht. Es könnte jedoch mit zu häufigen Störungen oder ungünstigen morphologischen Veränderungen im deutschen Mausergebiet zusammenhängen, vermuten die Wissenschaftler.

Brandgänse erneuern wie alle Vögel regelmäßig ihre Federn. Die alten sind nach einem Jahr abgenutzt und mürbe und haben ihre Wasser abweisenden und wärmeisolierenden Eigenschaften verloren. Im Gegensatz zu den meisten anderen Vögeln werfen sie jedoch ihre sämtlichen Schwungfedern gleichzeitig ab, sodass sie vier Wochen lang nicht fliegen können. Für die Gänse ist die Mauser daher eine gefährliche Zeit, da sie kaum Chancen haben, vor Feinden zu flüchten.

Die mausernden Tiere fressen daher nur nachts bei Niedrigwasser. Da die flugunfähigen Brandgänse gleichzeitig die offenen Wattflächen meiden, kommt es dann an den Rändern der Priele zu „Gedränge“, und die Vögel werden nicht richtig satt. „Die Nahrungsaufnahme der Brandgänse deckt nicht den zu dieser Zeit benötigten Energiebedarf für den Federwechsel, sodass die Tiere während der Mauser etwa ein Viertel ihres Gewichtes verlieren“, sagte Brunckhorst.