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Farm der Tiere in Krevinghausen

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Regen hat den Weg zum Haus aufgeweicht. Fenster und Türen sind herausgerissen. Hier zieht’s. Selbst die Hunde machen sich klein. Die Vertreter der Tierschutzstiftung „Netzwerk für Tiere“ sind dennoch guter Dinge. Ganz so, als ob sie die höchste Hürde bereits genommen hätten. Und irgendwie ist das auch so. Nach zweijähriger Suche hat die Stiftung in Krevinghausen endlich einen Platz gefunden, wo sie ihren Tierschutzhof errichten will. Die Menschen fühlen sich hier schon wohl.

„Ein klassisches Tierheim entsteht hier nicht“, sagt Andreas Renner. Der Bissendorfer ist Vorsitzender der beiden Osnabrücker Vereine, die die Stiftung 2006 ins Leben riefen: des Katzenschutzbundes und der Tierhilfe. Es ist mehr ein Gnadenhof. Denn in Krevinghausen sollen Haustiere eine Heimstatt finden, die sonst keiner mehr will. Katzen und Hunde, die von ihren Besitzern ausgesetzt wurden, weil sie alt und krank sind. Doch die Bezeichnung „Gnadenhof“ findet Renner auch nicht treffend. Es hört sich wohl zu sehr nach einer Gunst an, die gewährt wird. Für die Tierschützer ist es eine Selbstverständlichkeit. Deshalb wählte die Stiftung den Namen Tierschutzhof.

Das „Netzwerk für Tiere“ hat im August den alten Hof an der Bad Essener Straße erworben. Die großzügige Spende eines Mitglieds des Katzenschutzbundes hat sie dazu in die Lage versetzt. „Unsere Stifterin möchte aber im Hintergrund bleiben“, sagt Renner.

Nicht nur ausgesetzte Katzen und Hunde sollen einziehen, sondern auch hinterlassene. „Die Anfragen nach Unterbringungsmöglichkeiten speziell für ältere Haustiere häufen sich“, sagt Renner. Viele ältere Menschen machten sich durchaus Gedanken, was mit ihrem Tier passiere, wenn sie sich nicht mehr darum kümmern könnten. Diese Hunde und Katzen seien ja auch meist älter und im normalen Tierheimbetrieb nicht zu vermitteln.

Der Tierschutzhof soll dann Anlaufstelle sein. „Irgendwann werden wir auch Kontakt mit Seniorenheimen aufnehmen“, bemerkt Renner. Ein Ziel der Stiftung ist, ältere Menschen und Tiere zusammenzubringen. „Für einen ausgefüllten Lebensabend.“

Das Wort Zwinger kommt in dem Konzept der Stiftung nicht vor. Die Tiere werden – wenn möglich – in Gruppen gehalten und in Räumen untergebracht. Damit hat der Katzenschutzbund in seiner Auffangstation an der Lengericher Landstraße in Osnabrück gute Erfahrungen gemacht.

Wohnungshaltung

Drei Gebäude lässt die Stiftung umbauen. Das eine wird das Hundehaus, das andere die Auffangstation für Katzen. Im Haupthaus entstehen Wohnung, Büro, Tierarztraum und Räume für Katzen in Wohnungshaltung. Die Diele steht für Veranstaltungen zur Verfügung. Das zwei Hektar große Grundstück wird gänzlich umzäunt.

Bissendorfs Bürgermeister Guido Halfter und Ortsvorsteher Ulrich Wienke schauten sich bereits auf der Baustelle um. „Viele Leute fragen sich ja, was hierhin kommt“, sagt Wienke. Er will Tierschützer und die lokale Jägerschaft an einen Tisch holen. „Zum Informationsaustausch“, erklärt er. Ein gemeinsames Ziel der beiden Gruppen hat Wienke schon ausgemacht. Tempo 70 auf der Bad Essener Straße. „Hier wird zu schnell gefahren“, klagt Wienke. „Der Wildschaden ist enorm.“

Wie viele Tiere in Krevinghausen Unterschlupf finden, das weiß Renner nicht. „Das müssen wir, wenn wir mit den Bauarbeiten fertig sind, mit dem Veterinäramt abstimmen.“ Wann die Arbeiten an den Gebäuden beendet werden, ist allerdings noch unklar. Die Stiftung ist ja bei ihrem Projekt auf Spenden angewiesen. Und die fließen unstet. Wir hoffen, dass Ende nächsten Jahres das Gebäude für die Katzenstation fertig ist“, sagt Renner. Denn im Osnabrücker Katzenhaus arbeiteten die Tierschützer am Limit.


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