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Kommentar: Einfach mal klauen gehen ...

Von Frank Wiebrock

Vom Bodenleger zum Millionär. Der mutmaßliche Kino.to-Chef hat eine beeindruckende Karriere hingelegt. Allerdings mit einem Makel: Das Geld verdiente er sich mit kriminellen Mitteln, er hat es durch das Anbieten geklauter Ware erwirtschaftet. Eigentlich nennt man so was Hehlerei.

Da es hier aber „nur“ um geistiges Eigentum geht, genießt der Täter schon fast so was wie Sympathie: der gute Hirte, der seine Schafe da draußen mit den Links zu aktuellen Filmen und Serien versorgt. Dass alle, die Drehbücher geschrieben, die Rechte am Stoff erworben oder die Musik komponiert haben, dabei völlig leer ausgehen, scheint im kollektiven Unrechtsbewusstsein nicht angekommen zu sein.

Wie sonst ist zu erklären, dass zeitweilig mehr als vier Millionen Menschen kino.to besucht haben? Und jetzt vermutlich ohne Gewissensbisse die ebenso illegalen Dienste der Nachfolger nutzen?

Die Wahrheit ist: Wer ein Portal wie kino.to aufzieht, sich gewerblich an Urheberrechtsverletzungen bereichert, ist kein Robin Hood, sondern ein Dieb und ein Hehler. Dass Gewissensbisse bei den Usern scheinbar völlig fehlen, macht die Sache nicht besser.

Möglich, dass in der digitalen Wunderwelt Korrekturen am Urheberrecht wünschenswert wären. Sich mit geklauter Ware einzudecken ist aber der falsche Weg. Schließlich steckt die Mehrheit von uns ja auch keine Waren in den Kaufhäusern unbezahlt ein, bloß weil genug rumliegt.