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Mittelstandsbarometers 2013 Studie: Mittelständler in Niedersachsen weiter mit Konjunktursorgen

Von dpa

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Hannover. Viele mittelständische Unternehmen in Niedersachsen machen sich einer Studie zufolge weiter Sorgen um die Entwicklung der Konjunktur. Dies ist eines der Kernergebnisse des „ Mittelstandsbarometers 2013 “ der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young .

Nur etwa ein Viertel der 282 befragten Firmen mit 30 bis 2000 Mitarbeitern glaubt an bessere Geschäfte in den kommenden sechs Monaten, heißt es in der am Mittwoch vorgestellten Analyse. Zwar äußerten sich zugleich 46 Prozent als „rundum zufrieden“. Vor einem Jahr habe dieser Wert aber noch um neun Prozentpunkte höher gelegen, erklärten die Berater in Stuttgart.

Eine unmittelbare Verschlechterung ihrer Geschäftslage befürchten 9 Prozent. Im Vergleich zu Mittelständlern in anderen Bundesländern seien die Niedersachsen damit deutlich pessimistischer, hieß es. Denn bundesweit hoffe rund ein Drittel der befragten Unternehmen auf neue Lichtblicke am Konjunkturhimmel. Bei der Beurteilung der aktuellen Situation äußern sich auch heimische Firmen zuversichtlicher: 89 Prozent sehen diese momentan eher positiv. Nur in Berlin, Bayern und Hessen waren die Befragten zufriedener. Doch gleichzeitig stieg der Anteil derer, die eine schlechte Lage beklagen, von 4 auf 11 Prozent.

Für Unsicherheit sorgen weiter die Folgen der Schuldenkrise, die Konsum und Importnachfrage in vielen Ländern der Eurozone drücken. 42 Prozent der niedersächsischen Mittelständler haben dadurch bereits Umsatzeinbußen erlitten. Mehr als ein Viertel glaubt, bei anhaltender Konjunkturflaute in Existenznot zu geraten. Insgesamt gehen kleine und mittlere Firmen aber davon aus, auch im ersten Halbjahr 2013 noch einmal leicht zulegen zu können. Das erwartete Umsatzwachstum (0,8 Prozent) liegt dabei leicht unter Bundesdurchschnitt (0,9 Prozent).

In der Personalplanung herrscht derweil Vorsicht. Nur noch 18 Prozent denken über zusätzliche Jobs nach, nach 27 Prozent vor einem Jahr. Dagegen wollen 15 Prozent Stellen streichen (2012: 6 Prozent).

Die durchwachsene Lage macht Prognosen zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung derzeit äußerst schwierig. Viele Verbände und Institute sehen eine weitere Eintrübung, andere erwarten eine Erholung. So hatten sich zuletzt etwa die Metall-Arbeitgeber in Niedersachsen guten Mutes gezeigt. „Es wird aufwärtsgehen“, sagte der Chef des Verbands Niedersachsenmetall, Volker Schmidt. Voraussetzung dafür seien allerdings maßvolle Lohnabschlüsse in den nächsten Tarifrunden.