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Neubau für den guten Ton

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Sie sorgen für den guten Ton und üben dafür demnächst in den eigenen vier Wänden. Die Mitglieder Blaskapelle Bissendorf-Holte bauen sich zurzeit ihr eigenes Domizil, finanziert aus Sach- und Geldspenden auf einem geschenkten Grundstück und natürlich mit viel Eigenleistung. Gestern war Grundsteinlegung.

Im Schatten der Bissendorfer Autobahnbrücke liegt das in Beton gegossene Beispiel für vorbildliche Eigeninitiative: Das 300 Quadratmeter große Fundament der künftigen Übungshalle. Bissendorfs hauptamtlicher Bürgermeister Georg Harcke und Ordnungs- und Sozialamtsleiter Guido Halfter waren willkommene Gäste, als der musikalische Leiter der Blaskapelle, Heinz Holtgreve, das versiegelte Kupferrohr mit der gestrigen Ausgabe der Neuen OZ zur Grundsteinlegung versenkte. Die jahrelange vergebliche Suche nach einem geeigneten Übungsraum für die 40 aktiven Musiker und rund ein Dutzend "Azubis" ab 7 Jahre hat damit ein absehbares Ende. Auch Schulen waren als provisorische Treffpunkte keine Lösung, weil Abstellräume für die großen Instrumente fehlten. Das großzügige Geschenk von Erika und Werner Bierwirth brachte die Wende: Ein 3000 Quadratmeter großes Grundstück am Ortsrand von Bissendorf.

Rat und Verwaltung der Gemeinde waren sich schnell einig, den Neubau im Außenbereich nach besten Kräften zu unterstützen. Anstelle eines finanziellen Zuschusses wurde der Blaskapelle die Erschließung spendiert. "So wie auch bei anderen Vereinen, die eine vergleichbare Eigenleistung bringen", meinte Georg Harcke gestern. Ein besonderes Lob vom Bürgermeister gab es auch für den Fachdienstleiter Planen und Bauen beim Landkreis Osnabrück, Dr. Michael Lübbersmann, für dessen unbürokratische Unterstützung des Projektes. Die Blaskapelle Bissendorf-Holte mit Auftritten in ganz Deutschland bezeichnete Harcke als einen der besten Werbeträger für die Gemeinde und als "den musikalischen Partner Bissendorfs" beispielsweise bei den Platzkonzerten im Kurgarten von Schledehausen. 1952 hatten sich die Musiker als "Schützenkapelle" zusammen gefunden, seit fünf Jahren treten sie als Blaskapelle Bissendorf-Holte auf.

Würde Heinz Holtgreve nicht "mit dem Hut in der Hand durch die Dorfstraße gehen" und so erfolgreich nach Spendern und Sponsoren suchen, müsste der Verein allein für die Halle wohl runde 150000 Mark bezahlen. Doch der musikalische Leiter ist optimistisch, ohne Kredite über die Runden zu kommen. Fenster und Türen sind bereits gespendet worden, ebenso der Beton, die Rolltore, Sanitäreinrichtungen, Dachrinnen und "die halbe Heizung". Holtgreve nutzt jede Gelegenheit, die Bankverbindungen des Vereins (Kto.-Nr. 9500554 bei der Sparkasse Osnabrück und Kto.-Nr. 1737000 bei der Raiffeisenbank Bissendorf) bekannt zu machen. Neben den 40 aktiven Musikern packen natürlich auch viele der 173 passiven Vereinsmitglieder auf der Baustelle mit an. Wenn alles klappt, hoffen der Vorsitzende Frank Knäuper und Dirigent Heinz Holtgreve, könnte die Blaskapelle schon zur Weihnachtszeit in der eigenen Übungshalle aufspielen.


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